Schneider Electric warnt wegen Brexit vor hartem Umfeld

(Ausführliche Fassung) -MALMAISON (awp international) - Der französische Elektrokonzern Schneider Electric verliert weiter an Boden. Die Umsatzschwäche beim Siemens-Rivalen hielt auch zum Jahresschluss an. Auf Jahressicht sanken die Erlöse um 7,3 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Rueil-Malmaison mitteilte. Auch ohne Wechselkurseffekte und Zu- wie Verkäufe wäre der Umsatz aus eigener Kraft um 0,9 Prozent gefallen. Zudem bereiten die Franzosen einen Jobabbau in Grossbritannien vor - denn dort dürfte das wirtschaftliche Umfeld nach Ansicht des Managements nach dem Brexit-Votum bald ungemütlicher werden.
16.02.2017 13:48

Unsicherheiten in Grossbritannien dürften zum Beispiel das Baugewerbe und einige Projekte bei Infrastrukturgeschäften belasten, sagte Finanzchef Emmanuel Babeau in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Schneider ist ohnehin auf Sparkurs, weil unter anderem die Geschäfte mit Kunden aus der Öl- und Gasindustrie wegen deren Investitionszurückhaltung nicht so recht laufen. Das dürfte sich auch erst Ende des Jahres etwas bessern, hiess es. Die Schneider-Aktie verlor in Paris gegen Mittag rund 4,5 Prozent.

Weil deutlich weniger Sonderkosten und Abschreibungen auf Zukäufe anfielen, steigerte das Unternehmen seinen Gewinn unterm Strich im vergangenen Jahr um fast ein Viertel auf 1,75 Milliarden Euro. Das war dennoch etwas weniger als Analysten erwartet hatten. Die Dividende soll um 2 Prozent auf 2,04 Euro je Aktie steigen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) sank um 4 Prozent auf 3,48 Milliarden Euro etwas weniger stark als die Umsätze. Die entsprechende Marge kletterte daher um 0,4 Prozentpunkte auf 14,1 Prozent.

Zum Jahresschluss bremste den Konzern weiter insbesondere eine Schwäche in der Infrastruktur- und Stromnetzsparte. Schneider will hier unrentable Projekte vermeiden und verzichtet daher auch auf Aufträge. Diese Massnahmen zur Rentabilitätssteigerung dürften im laufenden Jahr 4 bis 5 Prozent Wachstum kosten. Schneider peilt ohne die Problemsparte nach wie vor ein Wachstum aus eigener Kraft von 1 bis 3 Prozent an./men/ees/stb

(AWP)