Schwaches Pfund drückt Easyjet in die Verlustzone

(Mit Angaben zur Schweiz ergänzt) - Die Schwäche der britischen Währung und die späten Osterferien haben den britischen Billigflieger Easyjet im Winter tief in die roten Zahlen gebracht.
16.05.2017 17:08

Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März fiel der Verlust unter dem Strich mit 192 Millionen Pfund 13-mal so hoch aus wie ein Jahr zuvor, wie die Fluglinie am Dienstag in Luton bei London mitteilte. Easyjet-Chefin Carolyn McCall berichtete zudem von einem deutlichen Verfall der Ticketpreise.

Der Umsatz je Sitzplatz sank den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 4,9%. Dies habe Easyjet zwar durch Zusatzerlöse und bessere Auslastung der Jets auffangen können. Allerdings seien die Kosten rund um einen Sitzplatz durch den Wertverlust des britischen Pfund nach dem Brexit-Votum ebenfalls um 4,9% gestiegen. Easyjets Umsatz wuchs indes aufgrund eines deutlich ausgeweiteten Flugangebots um drei Prozent auf 1,8 Mrd Pfund.

Zum Wachstum trug auch die Schweiz bei. Die Zahl der Passagiere stieg hierzulande um 8% auf rund 6 Millionen. Von den 435'000 zusätzlichen Fluggästen entfielen fast 150'000 auf den Zürcher Flughafen, wie Easyjet-Schweiz-Chef Thomas Haagensen gegenüber AWP sagte. In Genf und Basel, den beiden Hauptflughäfen für Easyjet in der Schweiz, stiegen die Verkehrszahlen um 4% beziehungsweise 7%. Finanzielle Details zur Schweiz gibt Easyjet nicht bekannt.

Europaweit spürt der Konzern allerdings wie die Konkurrenz scharfen Wettbewerb und Überkapazitäten. Deshalb wollen die Briten 30 Airbus-Maschinen vom Typ A321neo bestellen statt 30 des kleineren A320neo. Das soll die Kosten um acht bis neun Prozent drücken. Trotz des überraschend hohen Verlustes hält Easyjet an seinen Zielen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr fest. Der Konzern blickt auch optimistisch nach vorn, da sich die Branchenpreise allmählich stabilisierten.

(AWP)