Schwäche bei Laborausrüstung drückt bei Sartorius auf die Stimmung

Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius hält trotz einer überraschend schwachen Nachfrage nach Laborausrüstung im dritten Quartal an seinem Jahresziel fest. Die Zuwächse im Bioprozess-Geschäft, in dem der Konzern Produkte zur Herstellung von Biopharmazeutika anbietet, habe diesen Effekt weitgehend kompensiert, sagte Unternehmenschef Joachim Kreuzburg am Dienstag in Göttingen.
23.10.2018 10:44

Konzernweit peilt er für 2018 beim Umsatz auf Basis konstanter Wechselkurse ein Plus von etwa 12 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Allerdings kürzte er die Prognose für das Geschäft mit Laborausrüstung.

Am Aktienmarkt kam dies nicht gut an. Die im MDax notierten Anteile verloren im frühen Handel 4 Prozent an Wert. Während das starke Bioprozess-Geschäft wohl negative Überraschungen im Gesamtjahr verhindere, dürfte das schwache Laborgeschäft eine positive Überraschung umgekehrt ebenfalls ausschliessen, monierten Aktienhändler.

In den ersten neun Monaten steigerte Sartorius seine Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp elf Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs um 15 Prozent auf 294 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb für die Sartorius-Aktionäre ein Gewinn von gut 91 Millionen Euro hängen, rund ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor.

Der Bereich, in dem der Konzern Produkte für die Herstellung von Biopharmazeutika anbietet, ist das grösste Standbein des Konzerns. 2017 hatte Sartorius hier noch mit Problemen wie Lieferengpässen zu kämpfen. Inzwischen zieht das Geschäft wieder an. Der Bereich soll bei seinem Wachstum im Gesamtjahr nun den oberen Bereich der Konzernziele erreichen.

Weiter zulegen konnte zwar auch das Geschäft mit Laborausrüstung, wobei die Sparte Lab Products & Services vom Beitrag des im Frühjahr 2017 übernommenen US-Unternehmens Essen Bioscience profitierte. Allerdings legten die Erlöse aufgrund einer schwächeren Nachfrage in Europa weniger stark zu als noch im ersten Halbjahr. Deshalb rechnet Sartorius für die Sparte nur noch mit einem Zuwachs von acht bis zehn Prozent. Zuvor hatte die Prognose im Rahmen der Konzernziele gelegen./mne/stw/fba

(AWP)