Schweiter mit Umsatzplus im Semester - Marge von Rohmaterialkosten belastet

(Wiederholung mit Schlusskurs) - Der Verbundwerkstoff-Spezialist Schweiter hat im ersten Semester 2017 mit dem fortgeführten Geschäft den Umsatz gesteigert. Wegen des per Ende Juni erfolgten Verkaufs der Sparte SSM Textilmaschinen an Rieter ergab sich ein ausserordentlich hoher Reingewinn. Für den Geschäftsverlauf im Gesamtjahr zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. An der Börse geht es mit der Aktie wegen des etwas unter den Erwartungen ausgefallenem Betriebsgewinns allerdings nach unten.
18.08.2017 18:08

Der Umsatz des fortgeführten Geschäfts mit der Division 3A Composites legte um 5% auf 485,6 Mio CHF zu, entsprechend einem Plus in Lokalwährungen von 6%. Zum Umsatzwachstum hätten insbesondere das Display- wie auch das Architekturgeschäft in Europa und den USA beigetragen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA ging dagegen um 6% auf 52,6 Mio CHF und die entsprechende Marge um 40 Basispunkte auf 10,8% zurück. Hier ist allerdings noch der Beitrag der Ende Juni veräusserten SSM enthalten. Für 3A Composites allein ergab sich ein Rückgang des EBITDA um knapp 7% auf 53,9 Mio bei einer entsprechenden Marge von 11,1%. Begründet wurde dieser Rückgang mit höheren Rohmaterialkosten und der zeitlichen Verzögerung bei der Preisanpassung einerseits sowie mit höher als erwartet ausgefallenen Anlaufkosten für eine neue Produktionsanlage in den USA andererseits.

HOHER BARMITTELBESTAND

Die Devestition der Division SSM Textilmaschinen brachte Schweiter, wie bereits angekündigt, einen Buchgewinn von gut 90 Mio CHF. Der Reingewinn inklusive SSM wird nun mit 129,5 Mio CHF angegeben, nach 34,5 Mio im Vorjahr. Das Reinergebnis des fortgeführten Bereichs erhöhte sich um 1% auf 30,9 Mio. Damit verfügt das Unternehmen per Mitte Jahr über einen hohen Barmittelbestand von über 100 Mio CHF.

CEO Heinz Baumgartner sagte an einer Medienkonferenz auf die Frage, ob deswegen allenfalls die Ausschüttung einer Sonderdividende angedacht worden sei: "Darüber muss der Verwaltungsrat entscheiden, persönlich würde ich das Geld lieber wieder in unser Geschäft investieren."

Gut lief das Geschäft laut Baumgartner im ersten Semester insbesondere in den Geschäftsfeldern Display und Architektur in Europa und den USA. In Asien wurde der Bereich Architektur dagegen von einer schwächeren Nachfrage in China sowie von Projektverzögerungen gebremst. Der CEO geht indes davon aus, dass sich "der Knoten in China löst". Die Pipeline sei nun "prallvoll" und es dürfte im zweiten Halbjahr im Architekturgeschäft in China zu einem "signifikanten Umsatzplus" kommen.

Das Geschäft mit Kernmaterialien habe eine anhaltend gute Nachfrage auf Vorjahresniveau verzeichnet. Hier sei aber der Umsatz durch eine eingeschränkte Verfügbarkeit von Balsaholz wegen grosser Regenmengen beeinträchtigt gewesen. Als sehr erfreulich bezeichnete Baumgartner den Geschäftsverlauf im Transportbereich. Auch hier ergab sich eine zweistellige Wachstumsrate, gestützt vor allem durch eine hohe Nachfrage im Bereich Schienenfahrzeuge.

POSITIVER UMSATZVERLAUF ERWARTET

Für das zweite Semester 2017 wird nun ein weiterhin positiver Umsatzverlauf und ein operatives Ergebnis mindestens auf Höhe des ersten Halbjahres prognostiziert. "Ich bin insgesamt zuversichtlich für das zweite Semester und damit auch für ein Gesamtjahr, das sich sehen lassen kann", so Baumgartner.

Zuversicht schöpft er unter anderem aus der Annahme, dass die Effizienz im angesprochenen Werk in den USA besser werden wird und aus dem behobenen Engpass bei der Bereitstellung von Balsa-Holz. Zudem hätten sich die Rohmaterialpreise zuletzt nicht nur stabilisiert, sondern seien teilweise gar zurückgekommen, erklärte Baumgartner. "Wir erwarten hier eine Entspannung für das zweite Halbjahr."

An der Börse ging es für die Schweiter-Aktien zum Schluss um 4,1% auf 1'170 CHF (SPI -0,8%) deutlich nach unten. Kritisiert wurde in Marktkreisen insbesondere die Margenentwicklung.

cf/tp

(AWP)