Schweiz bietet Fintech-Unternehmen laut Studie "sehr gutes" Umfeld

Für Fintech-Unternehmen sind die Rahmenbedingungen in der Schweiz laut einer Studie der Hochschule Luzern im internationalen Vergleich nahezu ideal. Dass der Sektor hierzulande grosses Potenzial hat, zeigt sich unter anderem an der steigenden Anzahl der mittlerweile knapp 200 Firmen, wie das Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) am Mittwoch mitteilt. Jedoch habe die Branche die guten Rahmenbedingungen bislang nicht in Arbeitsplätze und höhere Unternehmensbewertungen umsetzten können.
01.03.2017 14:35

Dass die Schweiz über ein gutes Ökosystem für Fintech-Unternehmen verfügt, zeigt sich gemäss der "IFZ FinTech Study 2017" in weiterhin steigenden Unternehmensgründungen. "Die Schweizer Fintech-Szene ist 2016 weiter gewachsen", sagt Thomas Ankenbrand, Projektleiter der Studie. Im vergangenen Jahr seien 190 Firmen mit Sitz in der Schweiz gezählt worden. Im Vergleich zu 2015 entspreche dies einer Zunahme von 17%. Vor sieben Jahren waren es gerademal 24 Fintechs.

NICHT MEHR ARBEITSPLÄTZE

Schweizer Städte wie Zürich und Genf würden im internationalen Vergleich ein optimales politisch-rechtliches, ökonomisches, soziales und technologische Umfeld bieten, so das Fazit der Studie. Zürich und Genf liegen dabei laut IFZ lediglich hinter dem Spitzenreiter Singapur auf Platz 2 und 3. Aufholbedarf gebe es dennoch in ökonomischer und technologischer Hinsicht.

Ein Problem sei demnach, dass die laut Studie "sehr guten" Rahmenbedingungen nicht mit mehr Beschäftigung gleichzusetzen sind. "Trotz der steigenden Zahl von Fintech-Unternehmen, Branchenvereinigungen und Unterstützungsprogrammen konnte dieses Wachstum noch nicht vollumfänglich in neue Arbeitsplätze oder höhere Unternehmensbewertungen umgesetzt werden", so Ankenbrand. Die Branche habe in diesem Punkt hierzulande noch viel Wachstumspotenzial.

GLOBAL AUSGERICHTET

Die Studie untersuchte zudem Zielmärkte, Ertragsmodelle sowie Unternehmenskennzahlen von 104 Schweizer Fintech-Unternehmen. Die Branche orientiere sich fast ausschliesslich nach aussen, weil der hiesige Markt alleine zu wenig Potenzial biete. Daher ist der überwiegende Teil der Geschäftsmodelle global ausgerichtet. Rund 60% der Firmen verfolgen ein Business-to-Business-Geschäftsmodell als Zulieferer von etablierten Finanzdienstleistungsunternehmen auf der ganzen Welt, so das IFZ.

Allgemein sei für die Branche darum wichtig, dass Produkte und Dienstleistungen exportiert werden können und der Zugang zu Fachkräften gesichert ist, so die Studie. Dies sei nötig, um Risikokapitalgeber gewinnen zu können. Das regulatorische Umfeld müsse ausserdem weiterhin dynamisch auf zukünftige Entwicklungen reagieren. "Ansonsten werden vielen Unternehmen den globalen Markt nicht mehr von der Schweiz aus bearbeiten", resümiert Studienleiter Ankenbrand.

sta/ys

(AWP)