Schweiz verliert Spitzenplatz bei Netto-Geldvermögen - Höhere Schulden

Die Einwohner der Schweiz sind weltweit gesehen nicht mehr am reichsten. Die Eidgenossenschaft wurde laut dem Global Wealth Report der Allianz im letzten Jahr in Bezug auf das Netto-Geldvermögen pro Kopf von den USA überholt. Als Grund nennt die Studie die Jahresendrallye an den dortigen Börsen und den starken USD. Ein weiterer Grund sei die steigende Verschuldung der Schweizer Haushalte.
27.09.2017 12:17

Konkret kam das Nettovermögen in der Schweiz bei knapp über 200'000 CHF zu liegen und wurde damit von den umgerechnet rund 203'000 CHF des Netto-Geldvermögen pro Kopf in den USA überholt. Damit liege die USA erstmals an der Spitze. Die Schweiz liegt damit aber immer noch klar vor dem Drittplatzierten Japan mit rund 111'000 CHF. Am unteren Ende der Top-20 liegen Deutschland (rund 57'000 CHF), Irland (52'000 CHF) und Finnland (33'000 CHF).

Es gebe aber Lichtblicke, denn das Netto-Geldvermögen in der Schweiz sei nämlich nach dem eher schwachen Jahr 2015 (+0,4%) im vergangenen Jahr mit +3,7% wieder kräftig gestiegen. Dennoch liege die Schweiz mit diesem Wert deutlich hinter dem westeuropäischen Durchschnitt von 5,7%. Die höhere Zuwachsrate verdanke die Eidgenossenschaft zudem ausschliesslich einer höheren Rate beim Vermögenswachstum (+3,4%).

Insgesamt wuchs das weltweite Brutto-Geldvermögen aufgrund der positiven Börsenentwicklung im letzten Jahr um 7,1%, was in etwa dem Durchschnitt der Nachkrisenjahre entspricht. Weltweit liege das Geldvermögen damit bei rund 195 Billionen CHF. Den Spitzenplatz beim Vermögensaufbau belegte 2016 erneut Asien mit einem Zuwachs von 15%.

Generell habe sich der Anteil der drei Schwellenländer-Regionen Lateinamerika, Osteuropa und Asien am globalen Brutto-Geldvermögen in den letzten zehn Jahren damit mehr als verdoppelt und belaufe sich Ende 2016 auf nun knapp 23%.

SCHWEIZER MIT MEHR SCHULDEN

Die Studie zeige zudem, dass die Verschuldung in der Schweiz wie schon im Vorjahr erneut um 2,7% zugenommen hat und im achten Jahr in Folge über dem europäischen Durchschnitt lag. Die Folge sei eine weiter steigende Schuldenstandsquote. Global gesehen werde dieser Wert nur von Dänemark und Australien übertroffen.

Betrachte man aber die Verbindlichkeiten pro Kopf, so stehe die Schweiz mit durchschnittlich rund 106'715 CHF einsam an der Spitze. Das sei mehr als in den vier Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich zusammen, wie der Studie zu entnehmen ist.

GLOBALES SCHULDENWACHSTUM

Weltweit übertreffe das Schuldenwachstum zudem dasjenige der Wirtschaft. Konkret stiegen im vergangenen Jahr die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte mit 5,5% so stark wie seit 2007 nicht mehr. Dies bedeute für die globale Schuldenstandsquote, sprich die Verbindlichkeiten in Prozent des BIP, eine Zunahme von knapp einem Prozentpunkt auf 64,6%.

Das kräftigste Schuldenwachstum verzeichnete laut Studie die Region Asien. An der Spitze standen die chinesischen Haushalte mit einem Plus von über 23%. Von den weltweit knapp 47 Billionen CHF privaten Verbindlichkeiten entfalle somit bereits knapp 20% auf diese Region. Vor 10 Jahren waren es noch unter 7%.

sta/rw

(AWP)