Schweiz verliert Spitzenrang im KOF-Jugendarbeitsmarktindex an Dänemark

(vorhergehende Meldung ergänzt und umgeschrieben)
18.10.2016 12:15

Zürich (awp) - Die Arbeitsbedingungen haben sich seit 2008 aufgrund der Rezession bis ins Jahr 2014 gemäss einer Studie der Konjunkturforschungsstelle KOF in allen europäischen Ländern verschlechtert. Die einzigen Ausnahmen bilden Norwegen, Deutschland und die Schweiz, die sich - ausser Norwegen - im Untersuchungszeitraum aber nur leicht verbessern konnten. Zudem verliert die Schweiz ihre Spitzenposition an Dänemark, das sich vor allem in der Ausbildung junger Erwachsener stark verbessern konnte, wie der dritte KOF-Jugendarbeitsmarktindex (KOF YLMI) zeigt.

Gesamteuropäisch sei insbesondere problematisch, dass sich der Jugendarbeitsmarkt in den verschiedenen Ländern sehr heterogen entwickelt habe. So ist zum Beispiel der Indikator 'unfreiwillig in Teilzeit Arbeitende' in Italien stark zurückgegangen, derweil der Indikator 'Teilzeitarbeit' in Spanien ein "alarmierendes Niveau" erreichte, wie die Studienautoren schreiben. In Bezug auf 'atypische Arbeitszeiten' sei die Entwicklung in Irland negativ gewesen, während in Griechenland die Entwicklung der 'armutsgefährdenden Beschäftigung' laut des am Dienstag veröffentlichten KOF-Berichts "besorgniserregend" war.

BESTE ARBEITSBEDINGUNGEN FÜR SCHWEIZER JUGENDLICHE

Grundlegend anders zeige sich das Bild in der Schweiz. Hierzulande haben sich insbesondere die Arbeitsbedingungen seit 2008 sogar leicht verbessert. Auf einer Skala von 1 bis 7 erreichten die Arbeitsbedingungen für Jugendliche in der Schweiz 2014 einen Indexwert von 5,76. Sechs Jahre zuvor betrug dieser noch 5,62. Allerdings waren die Bedingungen 2014 nicht mehr ganz so gut wie 2013, als der Indexstand 5,81 erreichte.

Die Veränderungen seien jedoch minimal, sagte KOF-Ökonomin Ursula Renold gegenüber AWP. Gesamthaft gesehen stehe die Schweiz jedoch seit Jahren im internationalen Vergleich sehr gut da. Gemäss Renold konnte die Schweiz über alle Dimensionen hinweg ihren Rang auf dem Podium daher behaupten.

Vor allem die Indikatoren in der Kategorie 'Beschäftigungsstatus' bewegten sich hohem Niveau. Demgegenüber weise die Schweiz in der Dimension 'Leichtigkeit des Arbeitsmarkteintrittes' eine negative Entwicklung auf, welche insbesondere auf Langzeitarbeitslosenquoten und Teilzeitarbeit zurückzuführen sei. Dies kann gemäss KOF aber auch am Anstieg der Anzahl Praktika liegen, die vor dem regulären Arbeitsmarkteintritt absolviert werden.

Der KOF YLMI untersucht mittels eines multidimensionalen Ansatzes die Arbeitsmarktsituation von Jugendlichen. Dabei ausschlaggebend sind insgesamt zwölf Indikatoren, die in die vier Kategorien Beschäftigungsstatus, Arbeitsbedingungen, Ausbildung und Leichtigkeit des Arbeitsmarkteintrittes eingeteilt werden.

sta/mk

(AWP)