Schweizer Anleger bleiben vor Frankreich-Wahl in Deckung

Die Schweizer Börse hat am Freitag nach einer freundlichen Eröffnung die Gewinne wieder abgegeben.
21.04.2017 10:45

Trotz festerer Vorgaben aus den USA und Japan versiegten laut Händlern die Anschlusskäufe, weil sich die Anleger vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen nicht aus der Deckung trauten. Daran dürften für einmal auch die am Nachmittag erwarteten US-Konjunkturzahlen nicht viel ändern. "Die Leute wollen nun erst einmal die Wahl abwarten", sagt ein Börsianer.

Der SMI notiert mit 8544 Punkten 0,2 Prozent tiefer als am Vortag, als der Leitindex um 0,3 Prozent gestiegen war.

Bei den Standardwerten halten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Dabei sind die Kursausschläge meist auf ein halbes Prozent oder weniger limitiert. Einzig die Aktien von ABB fallen mit einem Plus von 1,5 Prozent auf. Der Elektrokonzern hatte sich am Vortag bei der Präsentation der Quartalszahlen vorsichtig optimistisch für den weiteren Geschäftsgang geäussert. Zudem hoben mehrere Analysten ihr Kursziel für den Titel an.

Die Aktien von Nestlé schwächen sich um 0,6 Prozent ab. Der Nahrungsmittelkonzern hatte am Vortag bessere Ergebnisse und einen optimistischen Ausblick abgegeben, was der Aktie Auftrieb verliehen hatte.

Pharma- und Bankentitel ohne klare Richtung

Bei den Anteilen zyklischer Firmen tendieren mehrheitlich negativ. Richemont sind um 0,3 Prozent tiefer, Swatch sinken um 0,5 Prozent.

Die beiden Pharmaschwergewichte gehen unterschiedliche Wege. Roche sind 0,7 Prozent leichter und Novartis um 0,3 Prozent fester.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Banken: UBS rücken um 0,5 Prozent vor, Credit Suisse schwächen sich um 0,4 Prozent ab.

Die Versicherer tendieren etwas höher. Bâloise konsolidieren den Vortagsgewinn.

Grössere Kursausschläge verbuchen die Nebenwerte. Eine Kaufempfehlung der UBS hebt die Aktien von Sulzer um 3,4 Prozent.

Inficon von Gewinnmitnahmen belastet

Gewinnmitnahmen drücken die Aktien von Inficon um 2,5 Prozent. Die Vakuumtechnikfirma hat den Reingewinn im ersten Quartal 2017 zwar um 84 Prozent auf 13,0 Millionen Dollar gesteigert. Aber sie bestätigte für das ganze Geschäftsjahr lediglich die Prognose, sagt ein Händler.

Die Aktien von Basilea werden um 0,3 Prozent fester gehandelt. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Design und die geplante Analyse für zwei Phase-3-Studien mit dem Antibiotikum Ceftobiprol für die Vorlage eines Zulassungsantrags gutgeheissen.

Gesucht sind die Aktien von Temenos. Die Banksoftware-Firma steigerte im ersten Quartal das Betriebsergebnis um 15 Prozent auf 27,3 Millionen Dollar und die Lizenzeinnahmen um 16 Prozent auf 45,4 Millionen Dollar. Für 2017 erwartet die Firma weiterhin ein Betriebsergebnis zwischen 210 und 215 Millionen Dollar.

(Reuters)