Schweizer Anleger gehen vor Frankreich-Wahl keine Wetten mehr ein

Die Schweizer Börse trat am Freitag auf der Stelle. Vor der mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahl in Frankreich am Sonntag gingen die Anleger laut Händlern keine neuen Wetten mehr ein und hielten sich zurück.
21.04.2017 17:50

Anfängliche Gewinne schmolzen daher rasch ab. Die Umsätze seien wegen des kleinen Verfalltermins an der Terminbörse Eurex aber recht gut. Auf die Kursbildung habe der Verfall aber nur punktuell Einfluss, heiss es am Markt. Auch die am Nachmittag veröffentlichten und besser als erwarteten Daten vom US-Immobilienmarkt beeinflussten den Markt kaum. "Die Leute wollen nun erst einmal die erste Runde der Wahl in Frankreich abwarten", sagt ein Börsianer.

Der SMI schliesst mit 8554 Punkten geringfügig tiefer als am Vortag. Im Vergleich zur Vorwoche ergibt sich ein Minus von 0,9 Prozent.

Bei den Standardwerten stehen einander acht Aktien mit höheren und 11 mit tieferen Kursen gegenüber. Dabei sind die Kursausschläge meist auf weniger als 1 Prozent begrenzt. Einzig die Aktien von ABB ragen mit einem Plus von 1,9 Prozent heraus. Der Elektrokonzern hatte sich am Vortag bei der Präsentation der Quartalszahlen vorsichtig optimistisch für den weiteren Geschäftsgang geäussert. Zudem hoben mehrere Analysten ihr Kursziel für den Titel an.

Givaudan führt die Verliererliste an

An die Spitze der Verlierer setzen sich die Aktien von Givaudan mit minus 0,9 Prozent. Die Aktie war im Anschluss an den am 11. April veröffentlichten Quartalsbericht kräftig gestiegen.

Die Aktien von Nestlé legen 0,1 Prozent zu. Der Nahrungsmittelkonzern hatte am Vortag bessere Ergebnisse und einen optimistischen Ausblick abgegeben.

Bei den Anteilen zyklischer Firmen setzte sich mehrheitlich ein schwächerer Trend durch. Die Aktien des Personalvermittlers Adecco, der Chemiefirma Clariant, des Sanitärtechnikers Geberit und der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch geben etwas nach. Die Papiere des Zementkonzerns Lafarge-Holcim sinken um 0,7 Prozent. Fester sind die Titel der Anlagenbauer Oerlikon, Fischer und SFS. Eine Kaufempfehlung der UBS hievt die Aktien von Sulzer 4,1 Prozent hoch.

Die beiden Pharmaschwergewichte bewegten sich in unterschiedliche Richtung. Roche sinken um 0,5 Prozent und Novartis steigen um 0,1 Prozent.

Bei den Grossbanken rücken UBS um 0,4 Prozent vor, Credit Suisse und Julius Bär ermässigen sich um ein halbes Prozent. Die Versicherer tendieren etwas höher.

Inficon gehen nach Verkaufsempfehlung in den Keller

Grössere Kursausschläge verbuchen Nebenwerte wie Inficon. Gewinnmitnahmen und eine Verkaufsempfehlung der Bank Vontobel drücken die Aktien um 7,2 Prozent. Der Messgeräte-Hersteller steigerte zwar den Reingewinn im ersten Quartal 2017 um 84 Prozent. Aber er bestätigte für das ganze Geschäftsjahr lediglich die Prognose.

Nach anfänglichen Gewinnen rutschten die Aktien von Basilea ins Minus. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Design und die geplante Analyse für zwei Phase-3-Studien mit dem Antibiotikum Ceftobiprol für die Vorlage eines Zulassungsantrags gutgeheissen. Die Aktie verzeichnet immer wieder spekulative Käufe und gilt daher als sehr volatil.

Gesucht waren die Aktien von Temenos. Die Banksoftware-Firma steigerte im ersten Quartal das Betriebsergebnis um 15 Prozent auf 27,3 Millionen Dollar und die Lizenzeinnahmen um 16 Prozent auf 45,4 Millionen Dollar. Für 2017 erwartet die Firma weiterhin ein Betriebsergebnis zwischen 210 und 215 Millionen Dollar. Der Titel verbuchte kurzzeitig ein Rekordhoch.

Panalpina nach Quartalszahlen im Hoch

Deckungskäufe heben die Aktien von Panalpina um knapp 7 Prozent. Die Logistikfirma habe ein weniger schlecht als erwartetes Ergebnis veröffentlicht, hiess es am Markt.

Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende drücken die Anteile von Dufry um knapp 2 Prozent. Händler sagen, zunächst hätten wiederaufgefrischte Spekulationen, wonach die chinesische Beteiligungsgesellschaft HNA ein Interesse an dem Reisedetailhändler haben soll, den Kurs auf ein Rekordhoch getrieben.

(Reuters)