Schweizer Arbeitnehmer legen laut Studien weniger Wert auf Lohn

Zürich (awp) - Wenn es um Arbeitsbedingungen geht, dann haben Schweizer Arbeitnehmer andere Prioritäten als ihre ausländischen Kollegen. Gemäss zweier Studien des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson hängt die Attraktivität eines Arbeitgebers und die Gründe, warum Mitarbeitende einem Unternehmen treu bleiben, eher an einer herausfordernden Tätigkeit als an der Höhe des Lohns. Dieser Faktor haben aber laut der am Dienstag veröffentlichten Studien nur wenige Firmen hierzulande erkannt.
29.11.2016 11:58

Dass der Entscheid für oder gegen einen Arbeitgeber nicht nur finanzielle Gründe hat, scheint in der Schweiz stärker ausgeprägt als im Ausland. Auf europäischer Ebene stehe das Grundgehalt an erster Stelle, gefolgt von Jobsicherheit und einer herausfordernde Tätigkeit. In der Schweiz seien diese Faktoren ebenfalls auf den Podestplätzen, allerdings in einer anderen Reihenfolge. Hierzulande stehe die herausfordernde Tätigkeit an erster Stelle, gefolgt von Grundgehalt und Jobsicherheit.

Dennoch halten die Studienautoren fest, dass die Wichtigkeit des Gehalts über die Jahre hinweg zunimmt. 2012 stand der Lohnfaktor noch auf Platz 4 und 2014 sogar nur auf Platz 6. Dass der Faktor Gehalt in der Schweiz an Bedeutung gewonnen habe, zeige aber, dass "die subjektiv empfundene wirtschaftliche Unsicherheit auch hierzulande" Einzug hält, so Olaf Lang, Leiter des Beratungsbereiches Talent & Rewards bei Willis Towers Watson.

Auf der Seite der Arbeitgeber orten die Studienverfasser daher Nachholbedarf, was die Einschätzung der wichtigsten Mitarbeiterinteressen betrifft. Arbeitgeber schätzen das Gehaltspaket als erstes Grundbedürfnis ein und erachten erst danach Faktoren wie Karrierechancen, Jobsicherheit oder die Nähe zum Arbeitsplatz als wichtig, heisst es dazu.

sta/rw

(AWP)