Schweizer Arbeitsmarkt laut Avenir-Suisse wegen Digitalisierung reformbedürftig

Der Schweizer Arbeitsmarkt leidet laut einer Studie des Think-Tanks Avenir-Suisse bislang nicht unter der Digitalisierung. Es gebe wenig Anzeichen für eine "digitale Revolution", lautet das Fazit. Weder steige die Erwerbslosenquote, noch erhöhe sich der Anteil unbefristeter Arbeitsverhältnisse. Auch sei bisher die Verdrängung von der Arbeitskräfte mit mittleren Qualifikationen ausgeblieben. Die Experten sehen aber Reformbedarf bezüglich Arbeitsrecht und Sozialversicherung.
04.10.2017 10:59

Konkret lasse sich anhand der weiterhin tiefen Erwerbslosenquote und des stabilen Telearbeit- und Selbständigenanteils von 5,1% bzw. 7,6% ablesen, dass sich die Verdrängung von Arbeitsplätzen gerade bei Angestellten mit mittleren Qualifikationen in Grenzen halte. Ebenso sei der Anteil der unbefristeten Arbeitsverhältnisse mit 91,1% im letzten Jahr konstant geblieben, lauter der Befund des Schweizer Think-Tanks.

FLEXIBLERE ARBEITSZEITEN

Trotzdem sei die voranschreitende Digitalisierung der Schweizer Wirtschaft eine Tatsache. Dies bedinge möglichst gute Rahmenbedingungen für Unternehmen und Arbeitnehmer. Reformbedarf sehen die Experten vor allem im Arbeitsrecht und bei den Sozialversicherungen.

Da sich mit der Digitalisierung die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben zunehmend vermischen, seien geltende Vorschriften zur Arbeitszeiterfassung und die Arbeitszeitenregelungen flexibler zu gestalteten. Konkret soll die wöchentliche Höchstarbeitszeit nur noch im Jahresdurchschnitt erfüllt werden müssen, fordert Avenir Suisse.

Zudem verliere die klassische Karrierelaufbahn an Bedeutung und es gebe vermehrt Teilzeitangestellte und Erwerbstätige mit mehreren Arbeitgebern. Daher sollte die Sozialversicherung gemäss Avenir-Suisse auch Kleinpensen und unregelmässige Arbeitsverhältnisse abdecken.

sta/cp

(AWP)