Schweizer Börse arbeitet sich weiter hoch

Der Aufwärtstrend an der Schweizer Börse hat am Mittwoch angehalten. Positive Firmenbilanzen und die Hoffnung, dass die US-Regierung mit ihren Steuerplänen die Wirtschaft beleben könne, ermutigten die Anleger zu Käufen.
26.04.2017 17:40

Nach wie vor wirke auch die Erleichterung über den Ausgang des ersten Wahlgangs der französischen Präsidentschaftswahl positiv nach, heisst es am Markt. Ganz oben auf den Einkaufslisten standen Anteile zyklischer Firmen und Finanzwerte. "Die Marktteilnehmer haben nach den Frankreich-Wahlen wieder mehr Zuversicht gefasst", sagt ein Händler.

Der SMI steigt um 0,6 Prozent auf 8830 Punkte, den höchsten Stand seit Ende 2015. Am Vortag hatte der Leitindex um 0,7 Prozent zugelegt. Der breite SPI erreicht erneut einen Rekordwert und nähert sich der psychologisch wichtigen 10'000er Marke weiter an.

Im Mittelpunkt stand die Credit Suisse. Die Aktien steigen um 2,7 Prozent und übertreffen damit den europäischen Bankensektor deutlich. Zwar will die Grossbank weniger als eineinhalb Jahre nach der letzten Kapitalerhöhung die Anleger erneut anzapfen und sich rund vier Milliarden Franken holen, um damit die Debatte um eine zu dünne Kapitaldecke zu beenden. Credit Suisse überraschte aber mit einem besser als erwarteten Quartalsergebnis und der Absage des Teil-Börsengangs des Schweizer Geschäfts. "Das Ergebnis hat unsere Prognose übererfüllt", erklären die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Ein Händler spricht von Deckungskäufen. "Nach dieser Überraschung beim Quartalsbericht wollen die Baisse-Spekulanten vor der Generalversammlung der Bank am kommenden Freitag keine Risiken eingehen und schliessen ihre Positionen."

Die UBS-Aktien steigen um 1,0 Prozent. Die CS-Rivalin will am Freitag den Quartalsbericht vorlegen. Versicherungswerte konsolidieren die jüngsten Kursgewinne.

Logitech nach überraschend guten Zahlen gesucht

Ein deutlich besser als erwartetes Ergebnis schiebt die Logitech-Aktien 3,5 Prozent hoch. Zeitweise lag der Titel rund 10 Prozent im Plus und notierte auf dem höchsten Stand seit fast neun Jahren. Die Computerzubehör-Firma steigerte im vergangenen Geschäftsjahr bei einem Umsatzplus von neun Prozent auf 2,21 Milliarden Dollar das operative Ergebnis um ein Drittel auf 238 Millionen Dollar. Im Geschäftsjahr 2017/18 erwartet das Unternehmen ein operatives Ergebnis zwischen 250 und 260 Millionen Dollar sowie unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen einen hohen einstelligen Anstieg des Detailhandelsumsatzes.

Spekulative Käufe hieven die Aktien von Dufry 2,0 Prozent ins Plus. Seit Jahresanfang ist der Kurs um mehr als ein Viertel gestiegen. Der chinesische Mischkonzern HNA hat bei dem Duty-free-Shop-Betreiber eine Beteiligung von 16,8 Prozent aufgebaut. Der Abschluss des Anteilskaufes hängt von gewissen Bedingungen ab.

Die Aktien von Syngenta rücken 1,2 Prozent vor. Chem China liegen nach eigenen Angaben sämtliche behördliche Genehmigungen zur Übernahme des Agrochemiekonzerns vor. Der chinesische Staatskonzern will die angedienten Syngenta-Aktien zum ersten Termin am 18. Mai bezahlen. "Der Deal ist nun definitiv auf der Zielgeraden", sagt ein Händler.

Auch Zykliker gesucht

Die schwergewichtigen Pharmatitel hinken dem Markt leicht hinterher. Novartis, die nach der Quartalsbilanz am Dienstag kräftig gestiegen waren, legen nochmals 0,6 Prozent zu. Die Roche-Genussscheine rücken am Tag vor der Bekanntgabe von Umsatzzahlen 0,3 Prozent vor. Die Anteile des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé ziehen 0,5 Prozent an.

Fester sind Aktien von zyklischen Firmen wie ABB, Geberit, Clariant und SGS. Eine Kaufempfehlung und Kurszielerhöhung der UBS und ein überraschend gutes Ergebnis des französischen Luxusgüterkonzerns Kering beflügeln Swatch und Richemont, die Titel steigen um 4,3 und 2,0 Prozent.

Mit den Aktien der Finanzfirmen EFG und Leonteq sowie des Solarzulieferers Meyer Burger griffen die Anleger zu Anteilen, die Händlern zufolge bei einer längeren Betrachtung ein gewisses Nachholpotenzial haben.

Die Aktien der vom aktivistischen Investor RBR bedrängten GAM Holding geben am Tag vor der Generalversammlung 3,5 Prozent nach. RBR schlägt drei Mitglieder für den sechsköpfigen GAM-Verwaltungsrat vor und fordert die Ablösung von Firmenchef Alexander Friedman.

(Reuters)