Schweizer Börse hält sich im positiven Bereich

Der Schweizer Aktienmarkt hat seine freundliche Tendenz seit Wochenbeginn auch zur Wochenmitte weiter fortgesetzt. Allerdings hat der SMI sein Tempo mittlerweile klar gedrosselt.
26.04.2017 12:45

Nach einem freundlichen Start war der Leitindex zunächst kurzzeitig ins Minus gerutscht und hat sich dann in der Folge aber wieder ins Plus zurückgearbeitet und sein aktuelles Niveau seither verteidigt.

Laut Händlern wird die freundliche Stimmung nicht zuletzt durch positive Meldungen aus der aktuell laufenden Berichtssaison gestützt. Hierzulande stehen in diesem Zusammenhang die Credit Suisse im Fokus. Darüber hinaus warten Marktteilnehmer auf mögliche Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu seinen Steuerreformplänen. Am Markt heisst es, er könnte vorschlagen, den Unternehmenssteuersatzes von derzeit knapp 40% auf 15% zu senken.

Der SMI steht kurz nach Mittag um 0,2% höher bei 8789 Punkten. Zuvor war er bis auf 8792 Punkte und damit auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,3% auf 1408 Punkte zu und der breite SPI 0,2% auf 9932 Punkte. Von den 30 Bluechips notieren 16 im Plus, 13 im Minus und Givaudan sind unverändert.

CS sorgt mit IPO-Verzicht für Gesprächsstoff

Reichlich Gesprächsstoff liefert die Grossbank Credit Suisse (+2,6%). So hat sie ihre ursprünglichen Pläne zur weiteren Stärkung der Kapitalbasis geändert und plant nun eine Kapitalerhöhung statt des partiellen IPO der Swiss Universal Bank. Über eine solche Planänderung sei bereits seit Wochen immer wieder spekuliert worden, kommentiert ein Händler. "Am Ende ist eine Kapitalerhöhung dem Markt womöglich lieber als dieses ursprünglich geplante Konstrukt", lautet seine Einschätzung. Die gleichzeitig vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal stossen bei Analysten überwiegend auf ein freundliches Echo.

Im Windschatten der CS-Kursgewinne folgen die Aktien von UBS (+0,7%) und Julius Bär (+0,2%) mit einigem Abstand.

Grösster Gewinner unter den Bluechips sind aber die Aktien von Swatch (+3,4%). Eine neu ausgesprochene Kaufempfehlung der UBS stützt das Papier. Richemont (+1,9%) folgen nach angehobenen Kurszielen dichtauf. Unter dem Strich zeigen sich die Analysten zuversichtlicher für den Uhrenmarkt, dem das allgemein anziehende Wirtschaftsumfeld helfen sollte.

Chinesische HNA mischt Dufry auf

Beachtenswert sind auch die Aktien von Dufry (+1,5%), nachdem bekannt wurde, dass die chinesische HNA Group ein neuer Grossaktionär der Gruppe ist und einen Anteil von 16,79% der Dufry-Aktien erworben hat. Das sei ein spannender Schachzug, kommentiert ein Börsianer. Immerhin habe HNA ja erst kürzlich Gategroup übernommen. Ein solcher Schritt sorge für Fantasie.

Die Anteilsscheine des Lifescience-Unternehmens Lonza (+1,0%) knüpfen an ihren starken Vortageslauf an. Am Vorabend hatte das Unternehmen die Details bzw. den Terminplan der geplanten Kapitalerhöhung kommuniziert. Dies sei ein cleverer Schritt, da die Papiere angesichts ihrer baldigen SMI-Zugehörigkeit von der Umschichtung passiver Investoren profitieren, kommentiert ein Händler.

Als Belastungsfaktoren erweisen sich die moderaten Kursverluste der drei Schwergewichte Nestlé (-0,3%), Roche und Novartis (beide -0,1%). Dabei hatten Novartis am Vortag nach Zahlen noch zu den Favoriten gehört. Roche wiederum wird am morgigen Donnerstag über das erste Quartal berichten.

Kurssprung für Logitech nach Quartalszahlenpräsentation

Zu den positiven Überraschungen gehören im breiten Markt die Zahlen von Logitech (+7,7%). Der Hersteller von Computerzubehör und Unterhaltungselektronik hat mit seinen Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/17 besser als erwartet abgeschnitten.

Auf der Verliererseite finden sich mit Cassiopea (-3,5%) und SHL Telemedicine (-2,4%) allen voran Vertreter aus dem Geisundheitssektor.

(AWP)