Schweizer Börse kämpft sich wieder auf Vortagesniveau zurück

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwoch zur Mittagszeit auf dem Niveau des Vorabends. So hat sich der Leitindex SMI wieder über die Marke von 8500 Punkten gehievt, unter die er am Vormittag zeitweise gefallen war.
19.04.2017 12:45

Anders als andere europäische Indizes kann er aber nicht nach oben ausbrechen. Vor allem die schwache Entwicklung der Nestlé-Papiere und der Dividendenabgang bei ABB verhindern dies. "An sich gibt es am heutigen Börsentag jedoch eine Tendenz zu einer Gegenbewegung", meint ein Analyst. So war der SMI am Vortag um fast 1,2% oder rund 100 Zähler abgerutscht.

Erklärt wurde dies mit den zahlreichen politischen Risiken, insbesondere den Präsidentschaftswahlen in Frankreich aber auch den überraschend angekündigten Neuwahlen in Grossbritannien, dem Streit zwischen den USA und Russland zu Syrien sowie dem Atomstreit mit Nordkorea. In der Folge war auch der Schweizer Volatilitätsindex, der die Funktion eines Angstbarometers hat, auf ein Niveau wie nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump gestiegen.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,2% tiefer bei 8516 Punkten und damit gut 24 Punkte über dem Tagestief von 8492 Stellen. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt hingegen um 0,1% auf 1359 Stellen und der breite SPI steht bei 9607 Punkten praktisch auf Vortagesniveau. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren inzwischen 16 im Plus, 10 im Minus und 4 unverändert.

«Bremsklötze» ABB und Nestlé

Der Gesamtindex wird vor allem von zwei Titeln gebremst: ABB und Nestlé ziehen den SMI um gut 20 Punkte nach unten. ABB verzeichnen konkret ein Minus von 2,4% (0,55 Franken), wobei die Titel am Berichtstag ex Dividende (0,76 Franken) gehandelt werden. Bei Nestlé (-0,7%) nehmen offenbar viele Investoren einen Tag vor der Publikation der Q1-Zahlen Gewinne mit. Händler verweisen auf die gute Performance des Titels seit dem vergangenen Dezember.

Im Minus sind dahinter Actelion und Swisscom (je -0,3%). Der Telekomkonzern sieht sich einmal mehr mit einer negativen Analysteneinschätzung konfrontiert. So hat Barclays das Kursziel deutlich gesenkt und die Einstufung "Underweight" bestätigt. Der zuständige Analyst ist bei den anstehenden Quartalszahlen vor allem auf den Ausblick gespannt, der gemäss seiner Einschätzung den diversen Produktaktionen der Konkurrenz Rechnung tragen müsste.

Mit Novartis (-0,1%) und Roche (unv.) kommen auch die beiden Pharma-Schwergewichte nicht auf Touren. Die Roche-Papiere halten sich nach positiven Nachrichten zum Mittel Ocrevus aber relativ gesehen gut. So will das Unternehmen am Fachkongress der American Academy of Neurology neue Daten zu seinem kürzlich zugelassenen Mittel vorstellen. Diese würden die Wirksamkeit und Sicherheit des Mittels in der Behandlung von multipler Sklerose nochmals untermauern, teilte die Gesellschaft mit.

Auf der anderen Seite wird das Feld der Gewinner von Adecco (+1,4%) angeführt. Und auch die ebenfalls zyklischen Lafarge-Holcim (+0,9%) halten sich gut. Nachrichten liegen zu diesen Titeln keine vor.

Grossbankaktien wieder gesucht

Bei den Gewinnern sind nach wie vor auch die Grossbankenpapiere von CS und UBS (je +1,0%) anzutreffen, nachdem diese am Vortag zu den grössten Verlierern gezählt hatten. Die CS bleibt wegen der anstehenden Generalversammlung im Gespräch. Am Vorabend hatte der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS seine Empfehlungen dazu leicht angepasst: So lehnt er den Vergütungsbericht als Ganzes nach wie vor ab, stimmt aber einzelnen Vergütungstraktanden nun zu.

Überdurchschnittliche Avancen verzeichnen ausserdem noch Galenica und Julius Bär (je +0,8%).

Am breiten Markt hat die Jungfraubahn (+1,3%) den Jahresabschluss 2016 vorgelegt. Positiv überrascht haben jedoch vor allem Angaben zum laufenden Geschäftsjahr, in das das Unternehmen gut gestartet ist.

Auffällig im Plus sind ausserdem GAM (+1,3%), die am Vortag noch deutliche Verluste erlitten hatten. Nun liegt ein positiver Analystenkommentar vor. Bei Von Roll (-4,1%) kommt es hingegen zu Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie in den letzten Tagen fulminant zugelegt und ein Zweijahreshoch markiert hatte.

(AWP)