Schweizer Investment Banking-Markt im Q3 laut CS mit anhaltend starker Dynamik

Der Schweizer Investment Banking-Markt hat im dritten Quartal im Einklang mit den weltweiten und europäischen Märkten eine anhaltend starke Dynamik verzeichnet - besonders im Eigenkapitalmarkt (Equity Capital Market, ECM). Seit Jahresbeginn kam es hierzulande bereits zu drei Börsengängen und 16 beschleunigten Buchbildungsverfahren, wie die Credit Suisse in einer aktuellen Studie zum Investment Banking in der Schweiz schreibt.
27.10.2017 13:50

In der Region EMEA gab es im ECM-Bereich in den ersten 9 Monaten des Jahres laut Credit Suisse insgesamt 1'220 Deals. Der Grossteil der Aktivitäten entfiel auch hier auf beschleunigte Buchbildungsverfahren (484 Deals). Insgesamt seien 211 Mrd CHF aufgenommen worden, was gegenüber der Vorjahresperiode einem 46%-Anstieg entspreche.

In der Schweiz brachten die Emissionen laut der Credit Suisse insgesamt 15,7 Mrd CHF in den ersten neun Monaten ein. Im Q3 seien mit 10 Transaktionen 3,7 Mrd CHF aufgenommen worden. Und auch für den Rest des Jahres rechnen die CS-Experten damit, dass die Märkte konstruktiv und empfänglich für weitere Aktivitäten sind.

Im Bereich Mergers&Acquisition (M&A) hätten die Aktivitäten ebenfalls zugenommen. Sie seien geprägt gewesen von Faktoren wie Branchenkonsolidierungen oder internationalen Expansionen. Höhepunkt im M&A-Bereich sei im dritten Quartal die Übernahme von GE Industrial Solutions durch ABB für 2,6 Mrd USD gewesen.

Die CS erinnert zudem an die Veräusserung des Geschäftsfelds Acquiring und Terminal von Aduno an die SIX Payment Services im August. Für die weitere Entwicklung des M&A-Geschäfts bis Ende Jahr bleibt die Studie positiv. Es gebe Potenzial für eine interessante Jahresendrallye, heisst es.

Etwas weniger dynamisch zeigte sich der Fremdkapitalmarkt (Debt Capital Market, DCM). Das kombinierte Neuemissionsvolumen belief sich im dritten Quartal auf 10,5 Mrd CHF, was laut CS einem Rückgang von 16% gegenüber dem dritten Quartal 2016 entspricht. Besonders im Fokus seien Anleihen mit hohem Bonitätsgütesiegel gestanden, beispielsweise Nestlé Holdings (Aa2/AA-/-) oder Municipality Finance (Aa1/AA+/-). Nichtsdestotrotz habe es aber auch eine starke Nachfrage nach Angeboten wie von Russian Railways (Ba1/BB+/BBB-) gegeben.

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(AWP)