Schweizer Unternehmen pessimistischer für Weltkonjunktur - M&A-Appetit gestiegen

Zürich (awp) - Der Anteil der hiesigen Grossunternehmen, die mit einer Verschlechterung der globalen Konjunktur rechnen, ist gestiegen. Ein Drittel gab in einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY an, kurzfristig eine Eintrübung der Weltkonjunktur zu erwarten. Bei der vorausgegangenen Befragung im April erwartete dies nur knapp jedes vierte.
21.11.2016 11:30

Damit sind die Schweizer Unternehmen pessimistischer als die internationale Konkurrenz: Weltweit erwartet knapp jedes vierte Unternehmen eine Verschlechterung, wie dem am Montag veröffentlichten "Capital Confidence Barometer" von EY zu entnehmen ist. Und auch dies ist eine Steigerung im Vergleich zur Befragung im April, als etwa jedes siebte Unternehmen sich auf eine schwächere Konjunktur einstellte.

M&A-APPETIT IN SCHWEIZ GESTIEGEN - KEINE MEGADEALS

Trotz der eingetrübten Konjunkturaussichten wollen die Unternehmen verstärkt in Zukäufe investieren: 60% der befragten Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten zukaufen. Dies ist der höchste Wert seit dem Rekord vom Herbst 2014, als ganze 80% der Befragten Zukäufe tätigen wollten. Vor sechs Monaten lag der Anteil noch bei 35%. Auch weltweit steigt das Interesse an Zukäufen - auf 57% von 50%.

"Auf diese Weise versuchen die Konzerne auf neuen Märkten Fuss zu fassen und ihr Portfolio sinnvoll zu ergänzen", wird EY-Partner Stefan Rösch-Rütsche zitiert. "Viele Unternehmen verkaufen gleichzeitig Teilbereiche, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören, weshalb derzeit viel Bewegung im Transaktionsmarkt zu verzeichnen ist." Das Niedrigzinsumfeld erleichtere die Finanzierung der Deals.

Die hiesigen Unternehmen erwarten zwar eine höhere Anzahl an Transaktionen, aktuell aber nicht die ganz grossen Deal-Volumen. Die Befragten geben an, keine Megadeals über einer Milliarde US-Dollar geplant zu haben. Weltweit geben noch 3% der Befragten an, Deals in diesem Rahmen zu planen.

Insgesamt gehen 80% der Schweizer Befragten für die nächsten zwölf Monate von gleichbleibenden M&A-Volumen aus.

Die Umfrage wurde weltweit unter 1'700 Managern in Grossunternehmen durchgeführt.

cp/rw

(AWP)