Schweizer wollen laut Studie Anlageentscheidungen weiter mit Berater fällen

Die Digitalisierung der Finanzindustrie schreitet zwar stetig voran, dennoch sehen die Perspektiven für Finanzberater nicht schlecht aus. Denn die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung wolle weiterhin ihre Anlageentscheidungen zusammen mit dem Berater fällen, kommt eine am Dienstag von AXA Investment Managers veröffentlichte Studie "Fondswissen 2017" zum Schluss. Dass Schweizerinnen und Schweizer weiterhin eine Beratung wünschen, hängt wohl auch damit zusammen, dass sich rund die Hälfte der Bevölkerung als Laien einstuft.
16.05.2017 11:00

Gemäss einer Anfang 2017 durchgeführten Umfrage von AXA Investment Managers glauben 5% respektive 41% der Befragten, dass sie in finanziellen Angelegenheiten "sehr gut" beziehungsweise "gut" Bescheid wissen. Als "weniger gut" beziehungsweise "gar nicht gut" bewerteten 44% respektive 10% ihren Wissenstand. Somit stuft sich eine Mehrheit (54%) der Schweizer als "Laien" und nur 45% als "Experten" ein.

Der Anteil derjenigen, die sich als Profis deklarieren, nehme aber stetig zu, schreiben die Autoren in einer Präsentation zur Studie. Betrug 2007, als zum ersten Mal eine solche Umfrage durchgeführt wurde, der Anteil der "Profis" 8%, so liegt dieser aktuell 14%.

Auf die Frage, ob sie sich konkret für Fondsanlagen interessieren, gaben 29% ein positive Antwort. 70% beantworteten diese Frage mit Nein. Als hauptsächlichen Grund für ihr Desinteresse an Fondsprodukten nannten 35% den Umstand, dass sie über zu wenig Geld für Anlagen in Fonds verfügen, für 13% der Desinteressierten sind Fonds zu kompliziert. Aufhorchen lässt, dass immerhin 10% gar kein Vertrauen in Fonds als Anlageprodukte haben. Entsprechend überrascht es nicht, dass nur 22% der Befragten derzeit Anteile in Investmentfonds besitzen. 76% sind nicht in solchen Produkten investiert.

Fonds seien zwar einfach konzipiert, dennoch erachte die Schweizer Bevölkerung die Beratung nach wie vor als wichtig und bezeichne sie als Vertrauenssache, ist ein weiteres Fazit der Studie. So seien 90% der Befragten der Ansicht, dass Beratung bei der Geldanlage in Fonds wichtig ist. Aufhorchen lässt, dass 89% der Meinung sind, dass das Vertrauen in den Berater eine Grundvoraussetzung beim Fondskauf ist.

"Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung möchte ihre Anlageentscheidungen zusammen mit dem Berater fällen", halten die Autoren der Studie fest. Eigene Entscheide möchten vor allem Profis und Besserverdiener treffen. Für sie sei aber gleichwohl der Berater wichtigste Informationsquelle.

sig/tp

(AWP)