Schweizer wollen laut Studie Anlageentscheidungen weiter mit Berater fällen

(Ergänzt um Aussagen aus der Pressekonferenz) - Die Digitalisierung der Finanzindustrie schreitet zwar stetig voran, dennoch sehen die Perspektiven für Finanzberater nicht schlecht aus. Denn die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung wolle weiterhin ihre Anlageentscheidungen zusammen mit dem Berater fällen, kommt eine am Dienstag von AXA Investment Managers veröffentlichte Studie "Fondswissen 2017" zum Schluss. Dass Schweizerinnen und Schweizer weiterhin eine Beratung wünschen, hängt wohl auch damit zusammen, dass sich rund die Hälfte der Bevölkerung als Laien einstuft.
16.05.2017 12:42

Gemäss einer Anfang 2017 durchgeführten Umfrage von AXA Investment Managers glauben 5% respektive 41% der Befragten, dass sie in finanziellen Angelegenheiten insbesondere zum Thema Geld- und Kapitalanlagen "sehr gut" beziehungsweise "gut" Bescheid wissen. Als "weniger gut" beziehungsweise "gar nicht gut" bewerteten 44% respektive 10% ihren Wissenstand. Somit stuft sich eine Mehrheit (54%) der Schweizer als "Laien" und nur 45% als "Experten" ein.

FINANZWISSEN NIMMT LAUFEND ZU

"Gemessen am AXA IM Wissensindex hat das Finanzwissen in der Schweiz 2017 aber das höchste Niveau seit Beginn der Erhebung vor zehn Jahren erreicht", sagte André Thali, Head Client Group Switzerland, anlässlich der Präsentation der Studie. Erreichte der Index 2010 mit 43 Punkten einen Tiefpunkt lag dieser zuletzt auf 53 Punkten.

Der Anteil derjenigen, die sich als Profis deklarieren, nehme stetig zu, ergänzte Thali. Betrug 2007, als zum ersten Mal eine solche Umfrage durchgeführt wurde, der Anteil der "Profis" 8%, so liegt dieser aktuell bei 14%.

Als einen der Gründe für das steigende Wissen nennt Thali die während der letzten Finanzkrise gemachten Erfahrungen. Diese hätten zusammen mit dem erleichterten Zugang zu qualitativ verbesserten Informationen das Finanzwissen langfristig gestärkt. Kunden würden heute viel vorbereiteter ins Gespräch mit ihrem Berater treten als vor zehn Jahren, ergänzte er.

Auf die Frage, ob sie sich konkret für Fondsanlagen interessieren, gaben 29% eine positive Antwort. 70% beantworteten diese Frage mit Nein. Als hauptsächlichen Grund für ihr Desinteresse an Fondsprodukten nannten 35% den Umstand, dass sie über zu wenig Geld für Anlagen in Fonds verfügen, für 13% der Desinteressierten sind Fonds zu kompliziert. Entsprechend überrascht es nicht, dass nur 22% der Befragten derzeit Anteile in Investmentfonds besitzen. 76% sind nicht in solchen Produkten investiert.

AUCH JUNGE KUNDEN SETZEN AUF DEN BERATER

Fonds seien zwar einfach konzipiert, dennoch erachte die Schweizer Bevölkerung die Beratung nach wie vor als wichtig und bezeichne sie als Vertrauenssache, so ein weiteres Fazit der Studie. So seien 90% der Befragten der Ansicht, dass Beratung bei der Geldanlage in Fonds wichtig ist. Aufhorchen lässt zudem, dass 89% der Meinung sind, dass das Vertrauen in den Berater eine Grundvoraussetzung beim Fondskauf ist. Zudem sagen 69% der Befragten respektive 71% jener, die bereits schon im Besitz von Fondsanteilen sind, dass sie Informationen beim Bankberater einholen würden, wenn sie künftig in Investmentfonds investieren wollen.

Und obwohl den jüngeren Bevölkerungsschichten nachgesagt wird, sie sei bezüglich neuen Kommunikationsformen sehr offen, wollen 70% der 18 bis 39jährigen ihre Anlageentscheide zusammen mit dem Berater fällen. Bei den Altersgruppen 40 bis 59 Jahre und 60+ Jahre sind dies lediglich noch 58% respektive 59%.

Dass sich Anleger stark auf das Urteil des Beraters verlassen würden, zeige sich insbesondere in der Tatsache, dass Exchange Traded Funds (ETF) in den Vermögensanlagen weit verbreitet seien. Dies obwohl nur gerade jedem fünften Befragten solche Produkte bekannt sind.

"Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung möchte ihre Anlageentscheidungen zusammen mit dem Berater fällen", sagte Thali. Eigene Entscheide möchten vor allem Profis und Besserverdiener treffen. Für sie sei aber gleichwohl der Berater wichtigste Informationsquelle.

sig/tp

(AWP)