Schweizer würden laut Studie für bessere Absicherung weniger Lohn in Kauf nehmen

Schweizer Arbeitnehmer sind bereit, Abstriche beim Lohn in Kauf zu nehmen, wenn sie dafür gute Sozialleistungen und eine bessere Absicherung im Krankheitsfall erhalten. So lautet das Fazit einer Umfrage unter Arbeitnehmern der Universität Oxford im Auftrag der Zurich Versicherung.
16.10.2017 11:40

Auf die Frage, ob sie lieber einen möglichst hohen Lohn oder einen guten Lohn und zusätzlich eine gute Absicherung gegen eine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit erhalten würden, wählten insgesamt 60% der befragten Schweizer Arbeitnehmer die zweite Option, wie die Zurich in einer Mitteilung zur Studie am Montag schreibt.

GROSSE ROLLE DES ARBEITGEBERS BEI ABSICHERUNG

Ob Arbeitnehmer in der Schweiz gut abgesichert seien oder nicht, hänge zumeist vom Arbeitgeber ab, heisst es weiter. Dieser wähle, welche Rente eine Pensionskasse im Falle einer langwierigen Krankheit bezahle. Im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Minimums liege das Niveau dabei viel tiefer als beispielsweise bei einer Invalidität in Folge eines Unfalls.

So erhalte eine kranke Person unter Umständen aus Pensionskasse und Invalidenversicherung (IV) nur noch 50% ihres früheren Lohns - im Gegensatz zu rund 90% nach einem Unfall.

Da den meisten Arbeitnehmern laut Umfrage die Absicherung gegen Krankheiten bei der Stellensuche wichtig sei, würde es sich für Arbeitgeber lohnen, vermehrt auf überobligatorische Leistungen bei den Versicherungen zu setzen, so die Zurich. Dies gelte grundsätzlich nicht nur für Krankheiten, sondern auch für den Todesfall. In diesem Bereich ermögliche es die zweite Säule beispielsweise, höhere Renten zu versichern sowie zusätzlich ein Todesfallkapital einzurichten.

POSITIVES GESAMTFAZIT ZUR SCHWEIZ

Neben der Umfrage zu den Präferenzen der Angestellten hat Zurich in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford ausserdem eine Liste mit Empfehlungen zusammengestellt, wie sich Arbeitnehmer besser vor Einkommensverlust schützen können. Das Schweizer Sozialsystem schneide im internationalen Vergleich hier gut ab, schreibt die Zurich.

Schliesslich empfiehlt der Versicherungskonzern es Arbeitgebern ausserdem, in die Gesundheit der Angestellten zu investieren. Sinnvoll sei es, wenn Firmen in ihren Liegenschaften Fitness-Räume einrichteten oder Fitness-Programme unterstützten. Mitarbeiter mit persönlichen Schwierigkeiten solle man die Möglichkeit bieten, von einem Coach beraten zu werden.

kw/yr

(AWP)