Schwellenländer bremsen Gerresheimer - Ziele bestätigt

DÜSSELDORF (awp international) - Die Turbulenzen in den Schwellenländern haben den Verpackungsspezialisten Gerresheimer im zweiten Quartal gebremst. Der Umsatz legte von März bis Ende Mai dank eines Zukaufs insgesamt aber um vier Prozent auf 370,5 Millionen Euro zu, wie der MDax -Konzern am Donnerstag mitteilte. Das war etwas weniger als von Analysten im Schnitt erwartet. Der Zukauf des Kunststoffspezialisten Centor in den USA sorgte zwar für Rückenwind. Doch die Konjunkturschwäche in den Schwellenländern und ein schwächeres Geschäft mit Prototypen liessen die Umsätze dort jeweils sinken. Ohne Zukäufe und Wechselkurseinflüsse wäre der Umsatz insgesamt stabil geblieben.
07.07.2016 09:18

Bei der Profitabilität konnte der Konzern im zweiten Quartal aber punkten: Dabei machte sich auch der Verkauf des kapitalintensiven Röhrenglasgeschäfts positiv bemerkbar. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte im Jahresvergleich um 17,5 Prozent auf 84,7 Millionen Euro zu. Die Profitabilität, gemessen am Anteil des Umsatzes, der als Ebitda übrig blieb, erhöhte sich damit auf 22,8 (20,2) Prozent. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 31,1 Millionen Euro hängen und damit 38,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

"Das zurückliegende Quartal konnten wir mit einem sehr guten Ergebnis abschliessen", sagte Konzernchef Uwe Röhrhoff laut Mitteilung. "Ich schaue optimistisch auf die zweite Jahreshälfte." Die Ziele für das laufende Geschäftsjahr und bis 2018 bestätigte er. Der Umsatz dürfte demnach im bis Ende November laufenden Geschäftsjahr bei konstanten Wechselkursen um etwa 9 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro zulegen. Das operative Ergebnis (Ebitda vor Währungs- und Einmaleffekten) sollte dabei von 278 Millionen auf rund 320 Millionen Euro klettern.

Auch mittelfristig bleibe der Konzern auf Kurs. Bis 2018 dürfte der Umsatz im Schnitt pro Jahr aus eigener Kraft und zu konstanten Wechselkursen um vier bis fünf Prozent wachsen, bekräftigte der Manager. Die bereinigte operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde 2018 rund 22 Prozent betragen.

DZ-Bank-Analyst Sven Kürten sprach von einer starken Marge im zweiten Quartal. Die Bestätigung des Ausblick sei unterdessen keine Überraschung. Der Aktienkurs bewegte sich vorbörslich kaum.

Mit knapp 11 000 Mitarbeitern stellt der Konzern Spezialverpackungen und Medizintechnik her. Aber auch Laborgläser sowie Tiegel und Fläschchen für die Kosmetikindustrie sind im Programm.

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(AWP)