SGKB im Halbjahr mit tieferem Reingewinn wegen Wegfall von Sondereffekten

(Meldung mit weiteren Einzelheiten ergänzt)
17.08.2016 08:55

St. Gallen (awp) - Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) hat im ersten Halbjahr 2016 einen tieferen Konzerngewinn ausgewiesen, nachdem das Institut im Vorjahr noch von einem ausserordentlicher Ertrag aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung profitiert hatte. Auf der Ertragsseite präsentieren sich die ersten sechs Monate durchzogen. Zwar fiel das bedeutende Zinsengeschäft besser aus als im Vorjahr, allerdings konnten damit die Einbussen im Kommissionsgeschäft wegen der schwierigen Finanzmärkte und der starke Rückgang im Handelsgeschäft nicht kompensiert werden.

Auf der Stufe Geschäftserfolg (Betriebsergebnis) konnte die SGKB von der Auflösung von Rückstellungen profitieren und um 7,1% auf 90,0 Mio CHF zulegen, wie dem am Mittwoch veröffentlichten Semesterbericht zu entnehmen ist. Wegen des Wegfalls des Swisscanto-Sonderertrags aus dem Vorjahr von gut 18 Mio CHF resultierte unter dem Strich aber noch ein Konzerngewinn von 74,0 Mio CHF, was einem Rückgang um 13% entspricht.

KREDIT-WERTBERICHTIGUNGEN AUFGELÖST

Der gesamte Betriebsertrag belief sich auf 219,4 Mio CHF und lag damit um 2,3% unter dem Wert des Vorjahres. Dies, obwohl das Institut den Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft um deutliche 5,7% auf 151,8 Mio CHF verbessern konnte. Neben einem höheren Brutto-Ertrag profitierte die Bank beim Zinserfolg auch von Auflösungen von Wertberichtigungen für Ausfallrisiken bei ihren Krediten.

Dagegen fiel der Ertrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um rund 11% auf 50,7 Mio zurück. Hier bekam die SGKB die angespannte Lage an den Finanzmärkten im ersten Halbjahr zu spüren. Sowohl die Anzahl der Transaktionen wie auch tiefere Volumina hätten zu dem rückläufigen Ergebnis beigetragen, so die SGKB. Im Handelsgeschäft resultierte ein deutlich tieferer Ertrag von 13,0 Mio CHF (-35%). Allerdings war das Vorjahr noch von hohen Aktivitäten im Devisenhandel wegen der Aufhebung der Euro-Untergrenze durch die SNB geprägt gewesen.

Der Geschäftsaufwand konnte um 0,9% auf 126,0 Mio verringert werden. Ursache war ein tieferer Sachaufwand, nachdem im Vorjahr noch Kosten für das US-Programm wie auch für die Strategieumsetzung und für die Integration der Vadian Bank angefallen waren. Dagegen stiegen die Personalkosten in den ersten sechs Monaten an. Die Cost/Income-Ratio verschlechterte sich leicht auf 60,1% nach 59,4% im Vorjahr.

NACHLASSENDE DYNAMIK BEI HYPOTHEKEN

Die Bilanzsumme der Kantonalbank erhöhte sich gegenüber Ende 2015 um 1,4% auf 31,2 Mrd CHF. Bei den Kundenausleihungen resultierte ein Plus von 1,1% auf 24,2 Mrd CHF, wobei die Hypothekarforderungen um 1,5% stiegen. Hier sei eine etwas nachlassende Dynamik festzustellen, stellt die SGKB fest. Das kommerzielle Kreditgeschäft verharre in Anbetracht der grossen Unsicherheiten wie die Frankenstärke oder der Brexit auf "tiefem Niveau".

Die verwalteten Vermögen entwickelten sich positiv und legten per Mitte Jahr um 1,1% auf 36,6 Mrd CHF zu. Dabei konnte das Institut Nettoneugelder von 550 Mio CHF verbuchen, während die negative Marktperformance von -0,5% belastete.

PROGNOSE 2016 BESTÄTIGT

Mit den ausgewiesenen Gewinnzahlen hat das Institut die Prognosen der Marktbeobachter auf Gewinnebene übertroffen. Gemäss AWP-Konsens hatten die Analysten im Durchschnitt mit einem Betriebsertrag von 218 Mio CHF und einem Reingewinn von 67,5 Mio CHF gerechnet.

Insgesamt sieht sich die SGKB mit dem vorliegenden Halbjahresergebnis "gut unterwegs". Für das Geschäftsjahr 2016 hält das Institut an der Prognose von Anfang Jahr fest, wonach sie per Jahresende 2016 "einen leicht höheren Konzerngewinn als 2015" erwartet.

tp/ys

(AWP)