SGS steigert im Halbjahr den Umsatz - Marge unter Druck

(Mit weiteren Angaben - insbesondere zu den Segmenten - ergänzt)
18.07.2016 08:49

Genf (awp) - Der Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS ist im ersten Halbjahr 2016 dank Akquisitionen aber auch organisch gut gewachsen. Wegen Investitionen in die Infrastruktur der Gruppe ist allerdings die Marge unter Druck geraten. Diese Delle ist laut SGS jedoch vorübergehender Natur, langfristig bleibt das Ziel die 18%-Marke.

In den Monaten Januar bis Juni steigerte SGS den Umsatz um 5,4% auf 2,90 Mrd CHF, während er in Lokalwährungen gar um 7,0% zugenommen hat. Davon seien 3,4% auf organisches Wachstum und 3,6% auf die jüngsten Akquisitionen zurückzuführen, teilte SGS am Montag mit. Im ersten Halbjahr hat die Gruppe zehn Zukäufe getätigt, die zusammen 48 Mio zum Umsatz beitrugen. Während Analysten mit einem Umsatz von 2,9 Mrd gerechnet hatten, lagen die Schätzungen beim organischen Wachstum mit 2,7% unter dem Erreichten.

BELASTETE MARGE

Das um diverse Sonderfaktoren (Goodwill-Abschreibungen, Restrukturierungs- oder Integrationskosten) adjustierte Betriebsergebnis erhöhte sich auf Stufe EBITDA um lediglich 0,4% auf 550 Mio CHF (+2,6% in LW), das adjustierte operative Ergebnis nahm in Franken gar leicht um 0,2% auf 411 Mio CHF (+2,3%) ab und die entsprechenden operative Marge belief sich auf 14,2% nach 15,0% vor Jahresfrist.

SGS habe in die IT sowie in den Aufbau der Shared Services Infrastruktur investiert, heisst es zum Margenrückgang. Zudem seien die jüngsten Übernahmen noch wenig profitabel, sie haben kumuliert nur 1 Mio zum operativen Ergebnis beigetragen.

Ohne Bereinigung der Sonderfaktoren erhöhte sich der EBIT um 18% auf 394 Mio CHF. Unter dem Strich verdiente der Genfer Konzern nach Minderheiten 258 Mio CHF, was einem Plus von 21% entspricht. Hier hätten Restrukturierungskosten das Vorjahresergebnis stark belastet und nun diesen Anstieg verursacht, erklärt SGS. Bei den Ergebnissen hatten die Analysten mehr erwartet.

ANHALTENDE HERAUSFORDERUNGEN

Das weltweite Handelsumfeld präsentiere sich nach wie vor herausfordernd, schreibt die Gruppe weiter. Insbesondere Kunden aus der Energie- und Minenbranche würden Projekte und Aufträge weiterhin verschieben, was sich negativ auf die grössten SGS-Segmente Oil, Gas & Chemicals (OGC), Industrial und Minerals auswirke.

Besonders deutlich zum Ausdruck kommt das schwierige konjunkturelle Umfeld im Industriegeschäft, wo bei einem organisch knapp gehaltenen Umsatz das operative Ergebnis (adj.) um 8,4% und die entsprechende Marge um 1,5 Prozentpunkte auf 9,5% gesunken sind. Man habe Massnahmen eingeleitet, um die Kosten in schwach performenden Bereichen zu senken, so die Mitteilung.

In der Sparte OGC, die mit 549 Mio CHF (organisch -2,1% ggü VJ) am meisten zum Gruppenumsatz beisteuert, sank das operative Ergebnis um beinahe 10% und die Marge gab um 0,8 Punkte auf 9,9% nach. Dieses Geschäft leidet unter den nach wie vor tiefen Ölpreisen, auch wenn sich diese von den Tiefstständen erholt haben. Bei Minerals, wo die Preise unter Druck stehen, nahm der Umsatz um 0,3%, das operative Ergebnis um 5,8% und die Marge um 0,4 Punkte auf 12,9% ab.

Wachstum generierte SGS in kleineren Sparten wie Certification & Business (organisch +11%), Environment, Health & Safety (+9,6%), Governments & Institutions (+8,0%) oder Transportation (+7,4%). Bei G&I musste SGS gleichzeitig aber auch mit 3,8 Punkten den deutlichsten Margenrückgang hinnehmen. Man habe stark in neue Dienstleistungen und Innovationen investiert, heisst es in der Mitteilung.

GUIDANCE BESTÄTIGT

Dennoch hält die Gruppe an der für das laufende Jahr aufgestellten Umsatz-Guidance fest. Das Management um CEO Frankie Ng will den Umsatz 2016 organisch im Rahmen von 2,5% bis 3,5% steigern. Das Unternehmen versprach ferner währungsbereinigt leicht steigende Margen, auch wenn diese mit der Verwässerung durch weniger profitable Unternehmen, welche jüngst zugekauft worden sind, vorübergehend etwas unter Druck kämen.

Mittelfristig, also bis zum Ablauf des 2016-2020-Programms, soll die operative Marge jedoch weiterhin über die Marke von 18% gesteigert werden. Wachsen will man derweil im mittleren, einstelligen Prozentbereich, wobei sich die Investitionen in die Geschäftsinfrastruktur über die Jahre bezahlt machen sollen.

Weiter verzeichnet SGS einen Abgang im Management. HR-Chefin Dominique Ben Dhaou verlässt das Unternehmen, ein Nachfolger werde bald bekanntgemacht.

mk/ra

(AWP)