SGS verpasst die Erwartungen

Der Inspektions- und Warenprüfkonzern SGS ist 2016 gewachsen, musste aber erneut einen Rückgang der operativen Marge hinnehmen. Mit den wichtigsten Kennzahlen wurden die Erwartungen verfehlt.
23.01.2017 07:31
Trotz verpasster Prognosen erhöht SGS die Dividende.
Trotz verpasster Prognosen erhöht SGS die Dividende.
Bild: ZVG

Der Umsatz nahm um 4,8 Prozent auf 5,99 Mrd CHF zu, wie die Gruppe am Montag mitteilt. In Lokalwährungen wuchs der Umsatz um 6,0 Prozent, davon waren 2,5 Prozent rein organisches Wachstum und 3,5 Prozent auf Akquisitionen zurückzuführen. Im Verlauf des Jahres hat SGS 19 Firmen erworben, die 203 Mio zum Umsatz beisteuerten.

Das operative Ergebnis kletterte auf Stufe EBITDA um Sonderfaktoren bereinigt nur leicht um 0,6 Prozent auf 1,20 Mrd CHF (+2,5 Prozent in LW). Zu den Sonderfaktoren zählt SGS Goodwill-Abschreibungen, Restrukturierungs- sowie Integrationskosten. Der bereinigte EBIT erhöhte sich ebenfalls nur leicht um 0,2 Prozent auf 919 Mio (+2,4 Prozent), wobei die entsprechende Marge auf 15,4 Prozent von zuvor 16,1 Prozent sank.

Rechnet man die Sonderfaktoren in die Rechnung mit ein, dann ergibt sich ein EBIT von 816 Mio CHF (-0,7 Prozent; +2,6 Prozent in LW). Unter dem Strich resultierte demnach ein den Aktionären zurechenbarer Reingewinn von 543 Mio, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 1,1 Prozent (+3,0 Prozent in LW) entspricht.

Höhere Dividende und Aktienrückkauf

Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer höheren Dividende von 70 CHF vor nach zuvor 68 CHF. Ausserdem plant SGS ein Aktienrückkaufprogramm in der Grössenordnung von 250 Mio CHF, deren Details zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden sollen, heisst es weiter.

Mit den wichtigsten Kennzahlen hat SGS die Vorgaben der Analysten verfehlt. Diese hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 6,02 Mrd CHF, einem bereinigten EBIT von 930 Mio sowie einem Gewinn nach Minderheiten von 595 Mio gerechnet. Bei der Dividende liegt der Konsens allerdings mit 68,54 CHF unter der nun vorgeschlagenen Ausschüttung.

SGS habe das Jahr 2016 "solide" abgeschlossen und liege mit Blick auf den Strategieplan 2020 auf Kurs. Demnach will der Konzern die operative Marge auf über 18 Prozent steigern und jährlich organisch im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen.

Das laufende Jahr 2017 soll laut Mitteilung ein solides organisches Wachstum liefern. Gleichzeitig will SGS die bereinigte operative Marge in Lokalwährungen steigern und einen "soliden" Cashflow erwirtschaften.

(AWP)