Shanghai Pharma bestätigt Gespräche über mögliches Gegen-Gebot für Stada

Die chinesische Firma Shanghai Pharmaceuticals hat Kontakte zu Finanzinvestoren über ein mögliches Gegengebot für den deutschen Pharmakonzern Stada bestätigt. Wie aus einer Mitteilung an die Hongkonger Börse vom Mittwoch hervorgeht, führte Shanghai Pharmaceuticals darüber mit Finanzinvestoren zuletzt Gespräche. Ein offizielles Angebot sei aber nicht unterbreitet worden. Es bestünden noch Unsicherheiten, hiess es weiter.
17.05.2017 10:43

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Montagabend unter Berufung auf informierte Personen berichtet, dass der unterlegene Finanzinvestor Advent und Shanghai Pharmaceuticals mit dem Gedanken spielten, für Stada ein neues Angebot auf den Tisch zu legen. Dabei werde über eine Offerte von rund 70 Euro je Aktie gesprochen.

Der Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Markenprodukten zeigte sich am Dienstag von den Spekulationen unbeeindruckt und warb erneut um die Annahme des aktuell laufenden Angebots der Investoren Bain und Cinven. "Wir haben kein weiteres Angebot erhalten, und uns wurde auch keines angekündigt", sagte ein Sprecher.

Bain und Cinven hatten sich in einem mehrwöchigen Bieterwettstreit gegen das konkurrierende Konsortium aus den Investoren Advent und Permira durchgesetzt, nachdem sie ihr Angebot zuletzt kräftig aufgestockt hatten. Die Stada-Aktionäre sollen für jede Aktie eine Barzahlung von 65,28 Euro plus eine Dividende für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von 0,72 Euro bekommen. Stada hat seinen Aktionären die Annahme des 5,3 Milliarden Euro schweren Angebots empfohlen.

Die Annahmefrist läuft bereits und geht bis zum 8. Juni. Bain und Cinven haben ihr detailliertes Übernahmeangebot für den Bad Vilbeler Pharmakonzern bereits vorgelegt. Stada, bekannt für Produkte wie die Sonnencreme Ladival und Grippostad, befindet sich zu 100 Prozent in Streubesitz. Die Offerte kommt nur durch, wenn die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent erreicht wird./jha/nas/stb

(AWP)