SHL rutscht im Halbjahr in die roten Zahlen - Kostensenkungen greifen ab 2017

(Meldung ausgebaut)
16.09.2016 08:50

Zürich (awp) - Der Telemedizin-Anbieter SHL hat im ersten Semester 2016 weniger umgesetzt und einen Verlust geschrieben. Die laufenden Kostensenkungen werden derweil vorangetrieben. SHL ist zuversichtlich, dass diese im kommenden Geschäftsjahr voll zum Tragen kommen.

Der Umsatz von SHL sank von Januar bis Juni um rund 18% auf 17,4 Mio USD, wie die israelische Gesellschaft am Freitag mitteilte. Der Betriebsverlust lag auf Stufe EBITDA bei -0,5 Mio USD nach +3,8 Mio in der Vorjahresperiode, und unter dem Strich resultierte ein Verlust von 4,4 Mio USD. Im ersten Halbjahr 2015 hatte SHL noch einen Überschuss von 0,2 Mio präsentiert.

BEREINIGTE ZAHLEN

Daneben stellt SHL "bereinigte" Finanzinformationen vor. Diese sollen den Investoren "ein besseres Verständnis der Unternehmensleistung" ermöglichen. Hier berücksichtigt SHL in erster Linie die Veränderungen der eigenen Umsatzschätzungen sowie Abschreibungen auf immaterielle Güter sowie auf aktienbasierte Vergütungen.

Diesen Zahlen zufolge sank der Umsatz um lediglich 2,7% auf 18,3 Mio USD. Den Anstieg des Umsatzes in Deutschland um 6,4% auf 8,3 Mio USD begründet SHL mit der im April 2015 akquirierten Gesellschaft für Patientenhilfe (GPH). In Israel sanken hingegen die Verkäufe um 9,2% auf 9,9 Mio USD. Der Rückgang erkläre sich vor allem durch tiefere Umsätze mit institutionellen Kunden.

Die Gewinnzahlen sehen in der bereinigten Betrachtung eine Spur besser aus: Der EBITDA lag bei 0,8 Mio und der Halbjahresverlust bei 2,5 Mio USD. Im ersten Semester 2015 lag der Fehlbetrag noch bei 1,8 Mio USD. Das erste Halbjahr 2016 sei durch leicht tiefere Margen in Deutschland und Israel beeinflusst worden, heisst es dazu bei SHL wenig aufschlussreich.

KOSTENSENKUNGEN

Die Resultate zeigten, dass die oberste strategische Priorität die Verbesserung der Profitabilität sein müsse, so SHL weiter. Zu dem Zweck verschlanke das Unternehmen die Tätigkeiten "an allen Fronten" und reduziere die Kostenbasis. "Erste Wirkung zeigte sich bereits im zweiten Quartal 2016. Die Effekte sollten sich im Laufe des Jahres weiter manifestieren und 2017 voll entfalten", wird CEO Yuval Shaked zitiert.

In diesem Zusammenhang streicht SHL heraus, dass die Free Cashflow Burn Rate im Vergleich zur Vorjahresperiode gesenkt worden sei. Der Free Cashflow lag mit -1,3 Mio USD um 0,9 Mio über dem Vorjahreswert.

Den Fokus will SHL bei seinem Neustart in einer ersten Phase auf die beiden Hauptmärkte Deutschland und Israel legen. "Hier sehen wir Wachstumspotenzial, indem wir unsere Stärken und unser Marktwissen besser nutzen", so CEO Shaked. Gleichzeitig treibe SHL die Monetarisierung seiner Plattform "smartheart" voran, denn sie weise grosses Potenzial auf. Zudem halte man nach neuen Opportunitäten in neuen Marktregionen Ausschau.

Einiges verspricht sich SHL offenbar von seiner neuen Hauptaktionärin Cai Mengke, die unlängst ein Aktienpaket von rund 30% erworben hat. Die Mitgründerin von Zhuhai Hokai Medical Instruments verfüge "über bedeutendes Wissen und den nötigen Zugang zum chinesischen Gesundheitsmarkt".

ra/ys

(AWP)