SHL schreibt wieder schwarze Zahlen - Hoher positiver Einmaleffekt

(Mit weiteren Angaben ergänzt, insbesondere zum Einmaleffekt) - Der Telemedizin-Anbieter SHL hat im ersten Semester 2017 einen höheren Umsatz erzielt und unter dem Strich wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Die Gesellschaft profitierte dabei auch von einer Millionenentschädigung wegen der abgesagten Fusion mit Shanghai Jiuchuan.
28.09.2017 08:45

Der Umsatz stieg in der ersten Jahreshälfte um 5,6% auf 18,3 Mio USD, wie das an der SIX kotierte israelische Unternehmen am Donnerstag mitteilt. Der EBIT kam bei 3,4 Mio USD (VJ -3,1 Mio) zu liegen und der Nettogewinn bei 2,0 Mio, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Nettoverlust von 3,8 Mio USD resultiert hatte.

Deutlich gesteigert hat sich die Gesellschaft auch bei der Cash-Generierung: Der Freie Cashflow wird mit 8,3 Mio ausgewiesen. In der Vorjahresperiode war ein Cash-drain von 1,2 Mio vermeldet worden.

"Die Halbjahresresultate zeigen, dass unsere Anstrengungen zur Erhöhung der Rentabilität Früchte tragen", lässt sich CEO Yoav Rubinstein zitieren.

WACHSTUM IN BEIDEN KERNMÄRKTEN

Das Unternehmen verzeichnete in beiden Kernmärkten ein Wachstum. In Deutschland stiegen die Verkäufe um 9,5% auf 8,1 Mio USD, in Israel um 2,0% auf 10,0 Mio. In Israel resultierte allerdings in der lokalen Währung ein Umsatzrückgang (-3,1%), wie die Gesellschaft einräumt. Dies wird mit einem tieferen Umsatz von Abonnenten und einer Umsatzverlagerung auf die zweite Jahreshälfte erklärt.

Die verbesserte Profitabilität wird auf eine grössere Bruttogewinnspanne in Deutschland und tiefere Dienstleistungskosten in Israel zurückgeführt. Zudem hätten Einsparungen im Vertrieb und Marketing sowie bei den Verwaltungskosten massgeblich dazu beigetragen.

DER SHANGHAI-JIUCHUAN-EFFEKT

Vor allem aber profitierte das Unternehmen von Sondererträgen von 3,3 Mio USD wegen der abgeblasenen Fusion mit Shanghai Jiuchuan. Ein Gericht in Israel hatte im Juni finanzielle Forderungen von SHL Telemedicine gutgeheissen.

Im Juli 2015 hatte SHL mit dem chinesischen Unternehmen einen Fusionsvertrag unterzeichnet. Der Zusammenschluss hätte bis Oktober vollzogen werden sollen, verzögerte sich dann aber auf Seiten von Shanghai Jiuchuan. Darauf stellte SHL der chinesischen Gesellschaft ein Ultimatum bis Ende Dezember, das unerfüllt verstrich - und in der Folge wurde die Übernahme abgesagt.

Einen Ausblick auf das Gesamtjahr gibt das Management im Communiqué nicht. Es unterstreicht allerdings die Wachstumsambitionen auch ausserhalb der Kernmärkte, wobei die USA und China explizit erwähnt werden.

rw/ra

(AWP)