Siegfried-Aktien fallen nach Halbjahreszahlen zurück

Die Aktien von Siegfried sind mit Kursabgaben in den Handel am Mittwoch gestartet. Der Pharmazulieferer lag mit seinen Halbjahresresultaten auf Ebene Umsatz hinter den Erwartungen zurück, bezüglich Profitabilität sind sie aber besser ausgefallen. Analysten monieren aber, dass die hauptsächlich für den tieferen Umsatz verantwortlichen Gründe besser hätten kommunizieren werden können. Zudem sei das Management bezüglich des Ausblicks vorsichtiger geworden.
23.08.2017 09:58

Bis gegen 9.50 Uhr verlieren die Aktien von Siegfried 3,9% auf 278,75 CHF. Der Gesamtmarkt, gemessen am SPI, verliert dagegen nur 0,06%. Umgesetzt sind bis zu diesem Zeitpunkt fast das Volumen an einem durchschnittlichen Handelstag.

Mit Blick auf den Umsatz sei das erste Halbjahr 2017 sehr enttäuschend ausgefallen, kommentiert Philipp Gamper von der ZKB. Er gehe davon aus, dass der Produktportfoliobereinigungsprozess bei den 2015 übernommenen BASF-Wirkstoffgeschäften viel stärker ausfalle als bisher angenommen.

Die Resultate seien zwar unter ihren Erwartungen ausgefallen, doch sei die Steigerung der EBITDA- und EBIT-Marge um über 170 Basispunkte sehr positiv zu bewerten, schreibt dagegen Laura Lopez Pineda von Baader Helvea.

Die Differenz zwischen dem ausgewiesenen und dem prognostizierten Umsatz erklärte Siegfried mit Verlagerungen von Wartungsstillständen von 2016 ins erste Halbjahr 2017, was in einem Umsatzrückgang bei Wirksubstanzen resultierte. Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz stabil geblieben und sie rechne wieder mit einer Wachstumsbeschleunigung im zweiten Semester, schreibt Lopez Pineda.

Angesichts der starken Umsatzentwicklung der Mitbewerber sei sie etwas über die Umsatzergebnisse von Siegfried überrascht, schreibt Carla Bänziger von der Bank Vontobel. Diese moniert, dass die Verlagerung der Ausfallzeiten von der Geschäftsleitung nicht besser kommentiert wurde.

Die Profitabilität sei aber sehr gut, hält die Expertin fest. Die EBITDA-Marge sei aufgrund tieferer Umsätze höher als erwartet ausgefallen und auch der EBIT sei dank tieferer Kosten über ihren Erwartungen gelegen. Die gestiegene Profitabilität zeige, dass die Gesellschaft zunehmend von den Synergien mit den von BASF übernommenen Geschäften profitiere.

Bezüglich des Ausblicks scheine die Gesellschaft etwas vorsichtiger geworden zu sein, schreibt Bänziger. Das Management gehe neu von einem einstelligen (bisher hohen einstelligen) Umsatzwachstum aus. Bestätigt worden sei dagegen die Verbesserung der Profitabilität, ergänzt Philipp Gamper.

sig/ra

(AWP)