Siegfried enttäuscht im Halbjahr auf Umsatzebene - Ausblick bestätigt

(Zusammenfassung) - Der Pharmazulieferer Siegfried hat im ersten Halbjahr 2017 aufgrund eines Wartungsstillstands weniger umgesetzt als im Vorjahr. Die Profitabilität litt indes nicht darunter - sondern verbesserte sich sogar. Das Management zeigt sich zuversichtlich für den Rest des Jahres. Der Markt reagiert indes auf die unter den Erwartungen ausgefallenen Resultate mit Kursabgaben.
23.08.2017 12:38

Der Umsatz verringerte sich im ersten Semester 2017 gegenüber dem Vorjahr um 1,3% auf 349 Mio CHF. Rückläufig waren dabei die Verkäufe von Wirksubstanzen und Zwischenprodukten, die um 3,5% auf 263 Mio abnahmen.

CEO Rudolf Hanko erklärte den Rückgang an einer Telefonkonferenz vom Mittwoch vor allem mit der Verschiebung von notwendigen Wartungsstillständen vom Geschäftsjahr 2016 auf das erste Halbjahr 2017. "Der Rückgang ist also Angebots- und nicht Nachfragebedingt erfolgt", ergänzte er. Den Umsatzeffekt bezifferte Hanko auf 15 Mio.

Zugelegt um 5,9% auf 86,2 Mio haben dagegen die Verkäufe von Fertigformulierungen. Zurzeit erzielt Siegfried rund drei Viertel seiner Verkäufe mit Wirksubstanzen und Zwischenprodukten, und rund ein Viertel mit Fertigformulierungen, bestehend aus sterilen Abfüllungen und festen Darreichungsformen (Tabletten und Kapseln).

SÄMTLICHE GEWINNZAHLEN GESTEIGERT

Während der Umsatz rückläufig war, zeigten sämtliche Gewinnzahlen dank der entfalteten Synergieeffekte im Zusammenhang mit der Übernahme des Wirkstoff-Geschäfts von BASF einen Anstieg. So stieg das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA um knapp 21% auf 52,9 Mio CHF. Die entsprechende Marge stieg um 2,8 Prozentpunkte auf 15,2%.

Damit sei Siegfried bei der EBITDA-Marge ein Jahr früher als erwartet wieder im unteren Bereich des Zielkorridors von 15% bis 20% gelangt, sagte Hanko.

Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 51% auf 30,0 Mio und die EBIT-Marge um 3 Prozentpunkte auf 8,6%. Der Geschäftsaufwand nahm dabei um rund 5% auf 40,7 Mio ab. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 21,6 Mio, das sind plus 55%.

Siegfried habe ein solides Resultat für das erste Halbjahr 2017 geliefert, sagte Hanko weiter. Für das Gesamtjahr 2017 zeigt sich der CEO zuversichtlich. Die übliche Asymmetrie in der Umsatzentwicklung - schwächeres erstes und stärkeres zweites Semester - sei auch 2017 zu erwartet.

Deshalb rechne er für das Gesamtjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich oder anders formuliert von über 5%, so Hanko weiter. Beim EBITDA werde sich das Wachstum im zweistelligen Prozentbereich bewegen.

EBITDA-MARGE 2019 AM OBEREN ENDE VON 15-20% ERWARTET

Hanko bestätigt auch die früher gemachte Aussage, dass das Unternehmen bis 2019 eine EBITDA-Marge am oberen Ende des Zielbandes von 15% bis 20% ankommen werde.

Zuversichtlich für die Zukunft stimmt den CEO nach, dass die Inbetriebnahme der neuen Anlage in Nantong plangemäss vorangeht und die Auslastung von derzeit 30% in den nächsten 12 Monaten stark zulegen wird. Auch im neuen Produktionsstandort Zofingen werde die Auslastung schrittweise erhöht.

Zudem habe Siegfried im ersten Halbjahr 2017 bedeutende Verträge abgeschlossen und damit die strategischen Partnerschaften gestärkt können, ergänzte Hanko. So hat das US-Pharmaunternehmen Bristol Myers Squibb (BMS) seinen laufenden Vertrag verlängert und damit die langjährige Partnerschaft mit Siegfried erweitert.

Der Aktienmarkt reagierte aber mit Kursabgaben auf die unter den Erwartungen ausgefallenen Resultate. Bis gegen 12.40 Uhr verlieren die Aktien 3,3% auf 280,50 CHF, während der Gesamtmarkt (SPI) nur 0,21% tiefer steht. Zwischenzeitlich waren die Titel gar bis auf 270,50 CHF getaucht. Immerhin würdigen die Analysten es als positiv, dass Siegfried die Profitabilität deutlich gesteigert hat.

sig/ra

(AWP)