Siegfried trotz Rekordumsatz mit tieferem Gewinn

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Die Pharmagruppe Siegfried hat im Geschäftsjahr 2016 dank Akquisitionen einen Rekordumsatz eingefahren. Das Jahr war aber auch von tieferen Margen und einem sinkenden Gewinn geprägt. Die Aktionäre kommen dennoch in den Genuss einer höheren Dividende.
14.03.2017 08:31

Siegfried erreichte ein Umsatzplus von 49% auf 717,7 Mio CHF, in Lokalwährungen waren es plus 47%. Das im Herbst 2015 akquirierte Wirkstoff- und Zuliefergeschäft von BASF ist dabei erstmals vollumfänglich mit in die Ergebnisse eingeflossen.

Bereinigt um diesen Akquisitionseffekt habe das organische Wachstum bei 6,7% gelegen, geht am Dienstag aus dem Geschäftsbericht hervor.

Das Geschäft mit Wirksubstanzen (Drug Substances) legte dank der BASF-Akquisition um 67% auf 557,9 Mio CHF zu, so Siegfried weiter. Bei den fertig formulierten Darreichungsformen (Drug Products) verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg um 8,4% auf 159,8 Mio.

SINKENDER GEWINN

Demgegenüber dank der Reingewinn im Berichtsjahr um 29% auf 27,9 Mio CHF. Den Rückgang erklärt Siegfried am Dienstag mit Integrationskosten sowie wesentlich höheren Finanzaufwendungen und Steuern. So habe man im Vorjahr von Steuergutschriften profitiert.

Doch auch die operativen Gewinnzahlen nahmen nur leicht unterproportional zu. So stieg der EBITDA um 26% auf 96,7 Mio CHF und die entsprechende Marge nahm um 2,5 Prozentpunkte auf 13,5% ab. Der EBIT stieg zwar um 7,6% auf 46,7 Mio CHF, die EBIT-Marge lag mit 6,5% aber ebenfalls um 2,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Der EBITDA vor Integrationskosten lag laut Siegfried bei 104,2 Mio CHF (+30%), was einer Marge von 14,5% entspreche. Den entsprechenden Reingewinn weist das Unternehmen mit 33,4 Mio aus, das sind 2,3% weniger als im Jahr zuvor.

Der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer Dividende von 2,00 CHF pro Aktie als Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve vorgeschlagen, das sind 20 Rappen mehr als im Jahr zuvor.

Damit hat Siegfried die Erwartungen der Analysten nur beim Reingewinn verfehlt.

KRITISCHE GRÖSSE

Dank den in den letzten Jahren getätigten Akquisitionen hat Siegfried nun gemäss eigener Einschätzung die notwendige kritische Grösse erreicht, um flexibel auf Kundenwünsche und -bedürfnisse eingehen zu können. Zumindest für die kommenden Jahre, so die Mitteilung.

"Der Konsolidierungsprozess in der Branche ist noch keineswegs abgeschlossen", lässt sich Siegfried-Chef Rudolf Hanko darin zitieren. Siegfried werde in diesem Veränderungsprozess weiterhin aktiv sein, um seine führende Stellung im Auftragsfertigungs-Markt zu verteidigen.

BESSERE ERTRAGSLAGE ERWARTET

Wie es weiter heisst, steht Thomas Villiger, Vizepräsident des Verwaltungsrats, an der kommenden Generalversammlung für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. Nachdem an der Generalversammlung 2016 zwei neue Mitglieder gewählt worden seien, werde Siegfried keine Ersatzkandidatur vorschlagen.

Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet Siegfried mit einer Umsatzsteigerung im hohen einstelligen Bereich. Zudem werde sich die Ertragslage angesichts der identifizierten Synergien verbessern. Dies solle die Basis bilden, um die Ausschüttung auch in den kommenden Jahren "angemessen" zu erhöhen.

ra/rw

(AWP)