Siemens-Chef kündigt 'schmerzhafte Einschnitte' im Kraftwerksgeschäft an

Siemens-Chef Joe Kaeser hat "schmerzhafte Einschnitte" beim schwächelnden Kraftwerksgeschäft angekündigt. "Wenn dieses Geschäft eine Zukunft haben soll, dann müssen wir reagieren", sagte er am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in München. Die Sparte kämpfe seit längerem "mit sehr schwierigen Marktverhältnissen". Siemens müsse die Kapazitäten senken. Der Markt für grosse Gasturbinen schrumpfe seit Jahren und habe sich seit 2010 mehr als halbiert. Erneuerbare Energien und der Trend zur dezentralen Energieversorgung sind für den Nachfrageschwund verantwortlich und sorgen für Preisdruck und Überkapazitäten.
09.11.2017 09:04

Zwar werde es weiterhin einen weltweiten Markt für grosse Gasturbinen geben - dieser werde jedoch deutlich kleiner sein, so Kaeser. Zudem werde sich die Nachfrage Richtung Asien, Lateinamerika und Afrika verschieben. "Daher müssen wir jetzt handeln." Laut Kaeser sind in den vergangenen drei Jahren gerade einmal zwei grosse Gasturbinen bestellt worden. Die Arbeitnehmerverteter sollen am 16. November über Details informiert werden. In Deutschland hat die Kraftwerkssparte von Siemens Standorte in Mülheim, Offenbach, Erlangen, Berlin, Leipzig, Essen, Duisburg, Erfurt und Görlitz. Inklusive Service sind in Deutschland rund 16 000 Menschen in der Sparte beschäftigt./nas/jha/

(AWP)