Siemens-Medizintechnik: IG Metall gegen möglichen US-Börsengang

Die IG Metall stellt sich gegen die Überlegungen von Siemens -Chef Joe Kaeser für einen Börsengang der Medizintechnik in den USA. "Ein Börsengang in den USA birgt mehr Risiken als Vorteile", erklärte Bayerns IG-Metall-Landesbezirkschef Jürgen Wechsler am Montag in München. "Siemens Healthineers hat mit Sitz in Bayern und unter dem Dach der deutschen Mitbestimmung seine heutige Spitzenposition im weltweiten Markt für Medizintechnik erreicht, das sollte man nicht für ein paar Dollar mehr aufs Spiel setzen."
13.02.2017 14:50

Kaeser hatte die Überlegungen in einem Interview damit begründet, dass sich in den USA wohl ein höherer Preis erzielen lasse als in Europa. "Wir haben uns dazu noch keine abschliessende Meinung gebildet, aber wir sehen uns das ganz genau an", sagte der Siemens-Chef. Das Unternehmen will nur eine Minderheitsbeteiligung an die Börse bringen, aber die Kontrolle behalten und die Sparte ausbauen.

Wechsler erklärte, die aktuelle Unternehmensstruktur mit Verwaltung, Forschung und Entwicklung sowie Fertigung in unmittelbarer Nähe zueinander habe sich in den vergangenen Jahren bewährt. Aus Gewerkschaftssicht überwögen die Vorteile dieser Struktur mögliche finanzielle Gewinne beim Gang an die Wall Street. Im Zuge der Ausgliederung der Sparte habe Siemens sich zudem zu einer umfangreichen Absicherung der Beschäftigung und der Fortführung der Mitbestimmung bekannt. "Wir werden nicht hinnehmen, dass diese Verpflichtung durch einen Gang nach New York aufgeweicht wird."/csc/DP/fbr

(AWP)