Siemens übertrifft Gewinnprognose im Geschäftsjahr

MÜNCHEN (awp international) - Der Elektrokonzern Siemens hat wie von Vorstandschef Joe Kaeser bereits angedeutet im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende September) etwas besser abgeschnitten als gedacht. Unter dem Strich verdienten die Münchener nach Anteilen Dritter 5,45 Milliarden Euro und damit 6,74 Euro pro Aktie, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Das war mehr als zuletzt in Aussicht gestellt. Die Dividende soll von 3,50 Euro je Papier auf 3,60 Euro zulegen.
10.11.2016 07:09

Im vierten Quartal verlor das Unternehmen im Vergleich mit dem starken Vorjahresquartal zwar beim Auftragseingang etwas an Schwung, weil weniger Grossaufträge hereinkamen. Die Bestellungen lagen mit 20,3 Milliarden Euro rund 14 Prozent niedriger. Der Umsatz wuchs aber weiter um 3 Prozent auf rund 22 Milliarden Euro. Die starke operative Marge im Industriegeschäft von vor einem Jahr konnte Siemens mit 10,9 Prozent (VJ: 11,3) nicht erreichen, schnitt damit aber besser ab als von Analysten erwartet. Rund liefen die Geschäfte erneut in der Medizintechnik, in der Problemsparte mit grossen Antrieben und der Industrieautomatisierung fiel wegen Umbaukosten von 199 Millionen Euro dagegen ein operativer Verlust an.

Das Unternehmen stellt sich nun auf Gegenwind ein. Im gerade begonnenen Geschäftsjahr 2016/17 (Ende September) sollen die angeschobenen Kosteneinsparungen weiter greifen. Die operative Marge im Industriegeschäft peilt der Dax-Konzern nach Angaben vom Donnerstag zwischen 10,5 und 11,5 Prozent an - im Vorjahr hatte sie bei 10,8 Prozent gelegen. Analysten erwarten im Schnitt bereits einen Wert von knapp 11,3 Prozent. Das Management um Chef Joe Kaeser rechnet aber ohne Zukäufe und Wechselkursschwankungen nun nur noch mit geringem Umsatzwachstum und warnte vor schwachen Bedingungen für das Investitionsklima.

Im abgelaufenen Jahr waren die Münchener vor allem dank milliardenschwerer Kraftwerksaufträge aus Ägypten stärker gewachsen als grosse Rivalen. Unter dem Strich soll der Gewinn je Aktie auf zwischen 6,80 und 7,20 Euro klettern (VJ: 6,74). Analysten rechnen auch hier bereits mit etwas mehr.

/men/stb

(AWP)