Sika-Familie zweifelt laut 'SoZ' offenbar am Deal mit Saint-Gobain

Gerade erst haben die Familie Burkard und der französische Saint-Gobain-Konzern ihre Verkaufsvereinbarung für Sika verlängert. Wie beide Seiten am vergangenen Donnerstag mitgeteilt hatten, wurde der derzeit bis Mitte 2017 laufende Kaufvertrag für die Kontrollmehrheit der Familie Burkard bis Ende 2017 verlängert. Doch offenbar rumort es hinter den Mauern. Denn wie die "SonntagsZeitung" (SoZ) berichtet, wird den Burkard-Geschwistern offenbar bewusst, dass ein Verkauf des Baustoffherstellers für sie selbst sowie Sika schlecht ist.
09.04.2017 14:52

Das Blatt verweist in dem Bericht immer wieder auf Notizen des Bernstein-Analysten Phil Roseberg, der offenbar ein vertrauliches Gesprächsprotokoll einer Handvoll institutioneller Anleger Ende Februar zukommen liess. Darin beschreibe er etwa, dass Urs Burkard gesagt habe, dass die Familie zugebe, dass die gegenwärtige Struktur des Deals ungeschickt sei und die Firma zerstören werde, sollte Saint-Gobain in zwei Jahren die Macht übernehmen.

Burkard habe realisiert, dass eine Übernahme nach den jahrelangen Abwehrkampf wahrscheinlich zu einer tiefen Krise bei Sika führen werde, schreibt die 'SoZ' weiter unter Berufung auf die Notizen.

Weiter heisst es in dem Bericht, die Sika-Erbenfamilie Burkard denke offenbar darüber nach, ihr Aktienpaket des Baustoffkonzerns zu behalten, falls das Bundesgericht den Verkauf an Saint-Gobain blockiert. Ein Sprecher der Familie bestätigte der 'SoZ', die Schenker-Winkler-Holding (SWH) bleibe "Ankeraktionärin mit allen ihr zustehenden Aktionärsrechten", falls das Gerichtsverfahren nicht zu ihren Gunsten ausgehe.

Mit Blick auf die Notizen von Bernstein Analyst Roseberg wiederum sagt ein Sprecher der Familie gegenüber der Zeitung, die "zitierten Textpassagen basieren auf für uns nicht nachvollziehbaren Interpretationen und subjektiven Eindrücken und geben den Gesprächsverlauf in keiner Art und Weise korrekt wider."

Zur Erinnerung: Die Sika-Erbenfamilie und Saint-Gobain ringen seit Dezember 2014 mit der Sika-Führungsspitze um die Kontrolle des Konzerns. Die Franzosen wollen 2,75 Mrd CHF für den Kauf der privilegierten Familienaktien bezahlen. Dagegen wehrten sich die Sika-Führung und Minderheitsaktionäre mit einer Beschränkung der Stimmrechte. Ende Oktober 2016 entschied das Zuger Kantonsgericht, dass diese rechtens war. Die SWH hat das Urteil weiter gezogen.

hr/

(AWP)