Sika-GV: Verwaltungsrat beschränkt SWH-Stimmrechte für wichtigste Punkte

Der Sika-Verwaltungsrat greift wenig überraschend zum gleichen Kniff wie an den letzten drei Aktionärsversammlungen, um eine Übernahme durch Saint-Gobain vorerst zu verhindern. Auch an der Generalversammlung am (heutigen) Dienstag beschränkt er unter Berufung auf die Statuten das Stimmrecht der Sika-Erben auf 5% ihrer Namenaktien, erklärte VR-Präsident Paul Hälg laut einem ausgehändigten Redetext.
11.04.2017 13:46

Konkret erfolgt die Stimmrechtsbeschränkung für die Wiederwahl der unabhängigen Verwaltungsräte, die beantragte Neuwahl von Jacques Bischoff, die Wahl des VR-Präsidenten sowie die Abstimmung über den Nominierungs- und den Vergütungsausschuss. Der Verwaltungsrat behalte sich zudem vor, die Beschränkung auch bei weiteren Anträgen anzuwenden, sofern welche gestellt würden.

Mit Blick auf die von der SWH beantragte tiefere Dividende sagte Hälg: "Wir gehen davon aus, dass die SWH unter Punkt 2 einen entsprechenden Antrag stellen wird." Von einer Stimmrechtsbeschränkung war hier aber nicht die Rede. Statt einer vom Verwaltungsrat beantragten Dividende von 102 CHF je Inhaberaktie, schlägt die SWH 96 CHF je Anteil vor.

Hälg äusserte sich laut Redetext gleichwohl zur Ausschüttung. Es sei "zumindest ungewöhnlich", dass sich ein Aktionär gegen eine zu hohe Dividende wehre. Es gehe der SWH dabei kaum um eine "angebliche Sicherung der langfristigen Entwicklung" der Firma, sondern wohl eher um Eigeninteressen der Erben. Denn die Dividende stehe laut dem Kaufvertrag bereits Saint-Gobain zu und werde vom Kaufpreis der Familie abgezogen, so Hälg.

ra/cp

(AWP)