Sika legt weiteres Rekordjahr hin - Messlatte wird höher gelegt

(Meldung ausgebaut) - Rekord mit Ankündigung: Die Zuger Bauchemie- und Klebstoffherstellerin Sika hat 2016 das beste Resultat in der Unternehmensgeschichte erzielt. Davon profitieren die Aktionäre in Form einer massiven Dividendenerhöhung. Zum Wachstum trugen alle Regionen sowie Investitionen in neue Fabriken und Ländergesellschaften bei. Nun legen die Innerschweizer die Messlatte höher.
24.02.2017 07:17

Der Umsatz stieg - wie bereits auf provisorischer Basis Mitte Januar veröffentlicht - um 4,7% auf 5,75 Mrd CHF. In Lokalwährungen (LW) wuchsen die Verkäufe um 5,5%. Dabei generierte Sika laut Mitteilung vom Freitag in allen Regionen Umsatzsteigerungen; überdurchschnittliche Zuwachsraten wurden in den USA, Mexiko, Grossbritannien, Afrika, Südostasien, Australien, sowie im Bereich Automotive erzielt.

Dass bei Betriebsergebnis und Gewinn mit Rekordzahlen zu rechnen ist, hatte Sika bereits bei der Veröffentlichung der Umsatzzahlen angekündigt. Konkret liest sich das am Freitag nun so: Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT nahm um 18% auf 795,3 Mio zu, bei einer um 1,5 Prozentpunkte verbesserten Marge von 13,8%.

Unter dem Strich blieben im vergangenen Geschäftsjahr 566,6 Mio CHF, das sind 22% mehr im Vergleich zum Vorjahr. Der operative freie Geldfluss betrug 586,5 Mio CHF (+30%). Mit den vorgelegten Zahlen hat Sika die Analystenerwartungen trotz der Ansage leicht überboten.

STRATEGISCHE INITIATIVEN

Positiv habe sich vor allem der Ausbau der Margen zum 20. Quartal in Folge in Kombination mit einem anhaltenden Kostenmanagement ausgewirkt, so Sika weiter. Mit insgesamt 17 strategischen Investitionen in neun neue Fabriken, vier weitere Ländergesellschaften und vier Akquisitionen sei der beschleunigte Ausbau der Wachstumsmärkte auch 2016 fortgesetzt worden.

Die Voraussetzung für weiteres Wachstum sei damit geschaffen. Im Berichtsjahr habe Sika zudem 72 neue Patente angemeldet und eine grosse Anzahl neuer Produkte in allen Zielmärkten eingeführt.

Die Aktionäre profitieren vom Rekordgewinn in Form einer um 31% angehobenen Dividende. So sollen je Inhaberaktie 102 CHF und je Namenaktie 17 CHF ausgeschüttet werden.

HÖHERE ZIELE

Die Ziele der "Strategie 2018" wurden zwei Jahre früher als geplant erreicht, deshalb werden für die Periode bis 2020 neue, höhere Ziele ausgegeben. Neu wird eine EBIT-Marge von 14-16% (bisher 12-14%) und ein operativer freier Geldfluss von über 10% (bisher über 8%) angestrebt. Der Return on Capital Employed soll 25% übertreffen.

Bis 2020 sollen zudem 30 neue Fabriken in Betrieb genommen und acht neue Ländergesellschaften gegründet werden. Wie bisher soll das jährliche Umsatzwachstum dabei 6-8% betragen. Bis zum Jahr 2020 will Sika den EBIT zudem auf über 1 Mrd CHF ausbauen.

Auf dem Weg dorthin soll der Umsatz im laufenden Jahr um 6-8% auf erstmals 6 Mrd CHF steigen, kombiniert mit einer überproportionalen Gewinnsteigerung. 2017 will Sika acht neue Fabriken eröffnen sowie drei neue Ländergesellschaften gründen.

NICHTS NEUES ZU ST-GOBAIN

Nichts Neues lässt Sika zum Übernahmestreit mit der französischen Gruppe Saint-Gobain verlauten. In der Mitteilung wird auf das Urteil des Kantonsgerichts Zug vom letzten Oktober verwiesen. Dieses legitimiere "das Vorgehen von Sika in den letzten zwei Jahren".

Der französische Baukonzern Saint-Gobain hält derweil unverändert an seinen Plänen fest. Mit Blick auf die geplante Übernahme einer Kontrollmehrheit an Sika sei man zuversichtlich, dass die Rechte der Schenker Winkler Holding (SWH) wieder hergestellt würden, hatte Saint-Gobain am Donnerstagabend in einer Mitteilung zum Jahresergebnis geschrieben.

ra/uh

(AWP)