SIX verdient im ersten Halbjahr weniger - Börse profitiert von mehr Volatilität

Die SIX Group hat im ersten Semester 2017 etwas mehr Umsatz erzielt, unter dem Strich allerdings weniger verdient. Der Börsenbetreiber führt dies allerdings auf Sonderfaktoren aus dem Vorjahr zurück. Zum Wachstum trugen die Börse und der Bereich für Bezahldienste bei, während nachbörsliche Dienstleistungen und die Finanzdaten rückläufig waren. Strategisch sieht sich die Gruppe indes gut aufgestellt.
30.08.2017 08:17

Der Betriebsertrag stieg in den ersten sechs Monaten um 1,8% auf 929,7 Mio CHF, wobei sich die vier Divisionen unterschiedlich entwickelten. So steigerte der Geschäftsbereich Swiss Exchange den Betriebsertrag um 5,7% auf 101,0 Mio CHF und den EBIT um 4,2% auf 35,7 Mio CHF. Das sei auf die erhöhte Volatilität an den globalen Märkten zurückzuführen, teilt die SIX am Mittwoch mit.

Die Anzahl der Abschlüsse im Börsenhandel stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,1%, der Handelsumsatz um 5,1%. Der durchschnittliche Marktanteil am Schweizer Blue-Chip-Handel stieg auf 67,0% nach 64,2%.

POSITIVE SONDEREFFEKTE IM VORJAHR

Im Geschäftsbereich Securities Services (nachbörsliche Dienstleistungen) fiel der Betriebsertrag hingegen um 4,7% auf 189,1 Mio CHF und der EBIT gar um 30% auf 32,7 Mio. Bereinigt um Sondereffekte aus dem Vorjahr (Erfolg aus dem Verkauf einer Liegenschaft in Höhe von 26,0 Mio) legte das Segment allerdings 9,6% zu, wie es heisst. Hauptsächlich sei das auf das internationale Wertpapierdepotgeschäft zurückzuführen.

Bei Financial Information sank der Betriebsertrag aufgrund von Währungseffekten und einer Umschichtung von Kundenportfolios ebenfalls um 2,7% auf 196,0 Mio CHF. Der EBIT stieg hingegen um 6,4% auf 26,5 Mio. Dies sei auf eine rigorose Kostendisziplin und eine Reorganisation in Frankreich zurückzuführen, aber auch auf einen höheren Finanzerfolg.

TWINT BELASTET

Im grössten Bereich Payment Services schliesslich konnte der Betriebsertrag um 6,8% auf 452,8 Mio CHF verbessert werden. Auch netto (korrigiert um Verrechnungsgebühren) profitierte der Ertrag von höheren Transaktionsvolumen, er stieg um 2,6% auf 304,2 Mio CHF. Der EBIT sank allerdings um 16% auf 38,8 Mio CHF.

Der um Sondereffekte aus dem Vorjahr bereinigte Rückgang (Abgangserfolg aus dem Verkauf der Gesellschaften von SIX Payment Services (Luxembourg) Ltd in Höhe von 3,9 Mio) lag allerdings bei lediglich 7,9%. Dieses Minus sei hauptsächlich auf die Beteiligung an Twint und den damit verbundenen Kosten zurückzuführen. Hinter der Bezahl-App Twint stehen neben der SIX die grössten Schweizer Banken.

Der Personalbestand der gesamten Gruppe sank im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr auf 3'721 Vollzeitäquivalente nach 3'822. Der Betriebsaufwand legte im ersten Semester um 3,0% auf 769,3 Mio CHF zu. In der Folge fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 5,1% auf 164,0 Mio CHF, wobei die Marge auf 17,6% von 18,9% im Vorjahr sank. Unter dem Strich fiel der Konzerngewinn um 7,7% auf 124,5 Mio CHF.

Abzüglich der bereits erwähnten Sondereffekte betrug das Wachstum des Betriebsertrags allerdings 4,8%, wie es heisst. EBIT und Konzerngewinn stiegen bereinigt um 15% bzw. um 19%.

AUFBAU ZENTRALER DIENSTLEISTUNGEN

Die SIX selbst spricht denn auch von einem "starken" ersten Halbjahr, welche die erfolgreiche Strategie widerspiegele. Man fokussiere sich konsequent auf das Kerngeschäft und auf den Aufbau neuer, zentraler Infrastruktur-Dienstleistungen für den gesamten Schweizer Finanzplatz. Auch profitiere die Gruppe von einem breit diversifizierten Geschäftsmodell und von der Kostendisziplin. Ein gemeinsames Backoffice für alle Banken, das mit verschiedenen Akteuren geprüft wurde, war ja bekanntlich gescheitert.

Zu den Höhepunkten im ersten Halbjahr zählt die SIX unter anderem das Projekt "ATM Futura", wo Payment Services gemeinsam mit Credit Suisse den Pilotbetrieb für eine neue Einheitssoftware für alle Schweizer Bankomaten aufnahm.

Financial Information startete zudem mit dem sogenannten Regulatory Hub, eine Plattform für den Austausch regulatorischer Informationen. Für Finanzmarktteilnehmer soll damit die Einhaltung neuer EU-Regulierungen effizienter werden.

ys/rw

(AWP)