Slowakische Volkswagen-Mitarbeiter streiken weiter

Bei Volkswagen Slovakia in Bratislava bleibt die Produktion durch den ersten Streik der 25-jährigen Firmengeschichte lahmgelegt. Die Gewerkschaftsvertreter boten der Unternehmensführung jedoch am Freitagabend an, auch am Wochenende jederzeit für eine neue Runde der Lohnverhandlungen bereit zu sein. Zuvor hatten sich die Konfliktparteien gegenseitig vorgeworfen, die mehr als 12 000 Mitarbeiter mit falschen Rechenmodellen über künftige Löhne zu täuschen, um ihre Bereitschaft zum Weiterstreiken zu beeinflussen.
23.06.2017 22:20

Auch wenn in mehreren Gesprächsrunden der vergangenen Tage beide Seiten Kompromisse angeboten hatten, bleibt ihre Grundsatzposition gegensätzlich. Die Firmenleitung betont, mit einem durchschnittlichen Bruttolohn von 1800 Euro pro Monat sei die Bezahlung bei VW doppelt so hoch wie das landesweite Durchschnittseinkommen in der Slowakei.

Die Belegschaftsvertreter wiederum weisen darauf hin, dass das Automobilwerk am Stadtrand von Bratislava eines der produktivsten im weltweiten Konzern sei und die Mitarbeiter trotzdem nur einen Bruchteil des Lohns ihrer deutschen Kollegen erhielten. Das habe man nun 25 Jahre lang akzeptiert und VW damit hohe Gewinner ermöglicht. Nun sei Zeit für eine Beteiligung der Arbeiter an diesem Erfolg. Diese Forderung verdeutlichen seit Tagen auch Transparente der demonstrierenden Arbeiter mit Aufschriften wie "Auch wir sind Teil des Konzerns!" oder dem Vorwurf an die Konzernführung in Wolfsburg: "Für uns das Minimum, für euch das Maximum"./ct/DP/jha

(AWP)