SMI mit solidem Plus dank Unterstützung von Novartis

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Dienstagmittag solid im Plus und baut damit die sehr starken Gewinne des Vortages im Anschluss an den ersten Wahlgang in Frankreich noch einmal etwas aus.
25.04.2017 12:40

Die Stimmung sei weiterhin positiv, heisst es in Börsenkreisen. Die Investoren rechneten nun für Frankreich künftig mit einem eher europa- und wirtschaftsfreundlichen Kurs, was für Entspannung und erhöhte Risikobereitschaft sorge. Gestützt wird der Gesamtmarkt insbesondere aber von den nach Zahlen gesuchten Novartis.

Die Aktienmärkte befänden sich nach dem Einzug von Emmanuel Macron in den zweiten Wahlgang in einem Erleichterungsrally, heisst es in Börsenkreisen. Und da dieser gegenüber der Rechtspopulistin Marine Le Pen klarer Favorit sei, werde dieser für die Finanzmärkte positive Fall in den Kursen eingepreist. Allerdings gibt es auch warnende Stimmen mit Aussagen, dass Wahlen nicht auf dem Börsenparkett entschieden würden. Ausserdem rückt in der laufenden Woche auch wieder die US-Politik mit dem Auslaufen des Budgets per Ende Woche sowie mit Ankündigungen von Trump zu seinen Plänen für eine Steuerreform.

Bis Mittag rückt der SMI um 0,4% auf 8748 Punkte vor. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,3% auf 1397 Punkte und der breite SPI 0,7% auf 9879 Stellen. Von den Bluechips notieren 20 im Plus, 9 im Minus und 1 unverändert.

Novartis nach Zahlen gesucht

Getragen wird der Gesamtmarkt insbesondere von Novartis, die im Anschluss an die Publikation von innerhalb der Erwartungen ausgefallenen Quartalszahlen mit einem Plus von 2,2% klar gesucht sind. Analysten machen in erster Linie die Novartis-Tochter Sandoz für den etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Gruppenumsatz verantwortlich. Das sollte allerdings vom Geschäft mit innovativen Medikamenten aufgefangen werden. Auch die Massnahmen bei der mit hausgemachten Problemen kämpfenden US-Tochter Alcon beginnen zu greifen. Dabei wird auf den deutlich höher als erwartet ausgefallenen Beitrag zum operativen Kerngewinn verwiesen.

Noch besser als Novartis schneiden Lonza (+2,3%) im Anschluss an das Quartals-Business-Update ab. Der starke Start im Q1 ebne den Weg für ein zweistelliges organisches Umsatzwachstum im ersten Halbjahr, heisst es von Lonza. In der Folge wurden auch die Erwartungen für den Umsatz im Gesamtjahr nach oben revidiert. Rückenwind gibt zudem die bevorstehende Aufnahme der Lonza-Aktien in den Leitindex SMI.

Swatch (+1,7%) sind mittlerweile ebenfalls in die Spitze vorgerückt. Der Titel wird dabei von einem positiven Gerichtsurteil in den Niederlanden in einem schon länger dauernden Streit mit dem US-Schmuckhersteller Tiffany getrieben. Das Berufungsgericht in Amsterdam hat die Beschwerde von Swatch gutgeheissen und ein Urteil des erstinstanzlichen Gerichts aufgehoben, womit der Schiedsspruch des niederländischen Instituts für Schiedsgerichtsbarkeit vom Dezember 2013 zugunsten der Swatch Group bestehen bleibt. Damals war Tiffany in dem von Swatch Group eingeleiteten Schiedsverfahren zu Schadenersatz von 402 Millionen Franken verurteilt worden.

Schindler schwächeln nach Quartalszahlenpräsentation

Auch Richemont (+1,4%) ziehen klar an. Im Luxusgütersektor sorgen zusätzlich Pläne in Frankreich für den Kauf von Dior und die anschliessende Ausgliederung der Modesparte in den LVMH-Konzern für etwas Phantasie.

Zu den Top 5 im SMI/SLI gehören noch Dufry (+2,0%), die von der langfristigen Verlängerung eines Vertrages mit dem Flughafen in Liverpool etwas Support erhalten.

Quartalzahlen hat weiter Schindler publiziert, der Titel gehört mit einem Minus von 0,9% aber zu den schwächsten Aktien. Nach einem durchzogenen Ergebnis und den Kursrekorden des Vortages kommt es hier zu Gewinnmitnahmen. Das vom Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen veröffentlichte Quartalsergebnis lag teils über dem Konsens, sowohl beim Umsatz als auch beim Reingewinn allerdings klar darunter.

Die grössten Abgaben verzeichnen Swiss Re (-4,3% oder -3,95 Franken), die allerdings ex Dividende von 4,85 Franken gehandelt werden.

Kursrakte für AMS nach positivem Ausblick

Im breiten Markt stechen AMS (+16%) mit einem massiven Plus hervor. Zwar hat das Unternehmen einen Verlust erlitten, der Ausblick von AMS wird in Marktkreisen allerdings als positiv beschrieben.

Ebenfalls nach Zahlen ziehen Feintool (+0,7%) und Adval Tech (+0,4%) moderat an, wogegen Phoenix Mecano (-0,2%) leichte Abgaben verzeichnen.

(AWP)