Societe Generale hält Gewinn überraschend stabil - Aktie legt zu

(Ausführliche Fassung)
03.11.2016 12:03

PARIS (awp international) - Die französische Grossbank Societe Generale (SocGen) lässt sich von Niedrigzinsen kaum bremsen. Im dritten Quartal ging der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 2,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zurück, wie das Institut am Donnerstag in Paris mitteilte. Analysten hatten einen deutlichen Gewinneinbruch erwartet. Die Bank profitierte vor allem von einem kräftigen Anstieg im Handelsgeschäft. Zudem legte sie weniger Geld für faule Kredite zurück.

An der Börse kam die Bilanz glänzend an. Am Vormittag legten SocGen-Aktien mehr als 6 Prozent zu und waren damit bester Wert im EuroStoxx 50 . Seit Jahresbeginn haben die Papiere rund 15 Prozent an Wert verloren und liegen damit im Mittelfeld der gesamten Bankenbranche in Europa. In der vergangenen Woche hatte bereits der französische Branchenprimus BNP Paribas einen unerwarteten Gewinnanstieg für das dritte Quartal gemeldet.

Das historische Zinstief macht aber auch vor den Franzosen nicht halt. So sackte der Gewinn im französischen Privatkundengeschäft von SocGen um 15 Prozent auf 353 Millionen Euro ab. Allerdings konnte die Bank das mit einem starken Handelsgeschäft wettmachen. Dabei gab es neben dem Anleihegeschäft anders als bei anderen Grossbanken in Europa und den USA auch im Aktienhandel kräftige Zuwächse.

Vor allem in Asien war die Nachfrage nach strukturieren Aktienprodukten von SocGen gross. Dabei profitiert die Bank auch davon, dass sich Konkurrenten wie die Deutsche Bank und Credit Suisse aus Teilen des Kapitalmarktgeschäfts zurückziehen. So wuchs der Quartalsgewinn im Investmentbanking um 42 Prozent auf 469 Millionen Euro. Einsparungen treibt das Management vor allem im französischen Filialgeschäft voran, wo bis 2020 ein Fünftel der Standorte geschlossen werden sollen.

Im internationalen Privatkundengeschäft erholte sich SocGen weiter. Der Gewinn der Sparte legte um fast ein Drittel auf 457 Millionen Euro zu. Im wichtigen Russland-Geschäft kehrte die Bank etwa wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Die Bank verbesserte ihre harte Kernkapitalpuffer über den Sommer um 0,3 Prozentpunkte auf 11,4 Prozent. Langfristig will sie auf einen Wert von 11,5 bis 12 Prozent kommen. Eigenkapital ist ein wichtiger Faktor für die Stabilität einer Bank./enl/zb/stb

(AWP)