Sonova-Aktien fester nach Halbjahreszahlen

Zürich (awp) - Die Aktien des Hörsystem-Hersteller Sonova tendieren am Montagmorgen nach einer tieferen Eröffnung fester. Die Gesellschaft veröffentlichte vorbörslich Halbjahresresultate, die bis auf den Reingewinn im grossen und ganzen den Erwartungen entsprachen. Die Ziele für das Gesamtjahr, die das Unternehmen um die Effekte der Akquisition von AudioNova anpasste, entsprechen indes nicht ganz den Erwartungen einiger Analysten.
14.11.2016 11:05

Die Sonova-Valoren gewinnen bis gegen 10.25 Uhr 1,5% bei unauffälligen Volumen auf 131,10 CHF. Der Gesamtmarkt (SMI) steht derweil 1,0% höher.

Sonova habe für das ersten Semester 2016/17 (per Ende September) "insgesamt wenig beeindruckende" Resultate veröffentlicht, halten die Analysten von Jefferies fest. Diese seien im Rahmen des Konsens aber leicht unter seinen "bullishen" Prognosen ausgefallen, ergänzt Christoph Gretler von der Credit Suisse.

Leicht unter den Konsens-Erwartungen sei auch das relevante organische Umsatzwachstum mit +2,0% (Konsens +2,3%) gelegen, ergänzt Sibylle Bischofbergeber von der ZKB. Gegen Ende des Semesters hätten aber neue Produkte markante Umsatzsteigerungen ermöglicht. Als "uninspiriert" bewerten die Experten von Jefferies auch das organische Umsatzwachstum von 1,6% im Segment Hörgeräte. Das deute auf einen weiteren Marktanteilsverlust insbesondere in den USA und in der Region Asien/Pazifik hin, schreiben die Analysten von Morgan Stanley. Die Division Cochlea-Implantate habe den Umsatz dagegen im Rahmen der Prognosen gesteigert, so Bischofberger.

Positiver als von ihr erwartet habe das Unternehmen in Sachen Profitabilität abgeschnitten, schreibt Carla Bänziger von der Bank Vontobel. Die Bruttomarge sei solide ausgefallen. Als "schwach" bezeichnen dagegen die Experten der Commerzbank das zugrundeliegende EBITA-Wachstum. Enttäuschend sei, dass bei den Cochlea-Implantaten ein EBITA-Verlust habe ausgewiesen werden müssen, schreibt Bischofberger. Im Segment Hörgeräte habe die Profitabilität aber im Rahmen der Prognosen gelegen.

Sonova hat die Guidance um die Effekte der AudioNova-Akquisition angepasst und erwartet nun für das Gesamtjahr ein konsolidiertes Umsatzwachstum von 14-16% in Lokalwährungen. Unter Ausschluss der Einmalkosten rechnet Sonova mit einem Anstieg des EBITA um 8-12%.

Hervorzuheben sei dabei, dass diese neuen Ziele ganz leicht unter den im Abschluss mit der Akquisition genannten Gesamtzahlen lägen, meint Jefferies. Diese hätten ein Wachstum im Umsatz von 14-17% und im EBIT von 8-14% impliziert. Er gehe deswegen aber nicht von materiellen Änderungen in den Konsenserwartungen aus, ergänzt Gretler von der Credit Suisse. Für die ZKB liegt der neu gegebene Ausblick inklusive der akquirierten AudioNova im Rahmen des Konsens mit leichtem Upside-Potenzial.

Gemäss dem Ausblick gehe die Gesellschaft von einem starken zweiten Halbjahr aus unterstützt von neuen Produktlancierungen, schreibt Bänziger von der Bank Vontobel. Daran hegen die Experten von Morgan Stanley jedoch gewisse Zweifel. Diese prognostizieren ein herausforderndes zweiten Semester mit Chancen auf eine Momentumsabschwächung, wegen eines starken neuen Produktzyklus der Konkurrenten.

sig/ra

(AWP)