Sonova besitzt nun AudioNova - Gewinnbeitrag ab dem ersten Jahr

(Zusammenfassung)
15.09.2016 15:31

Zürich (awp) - Der Hörsystemhersteller Sonova schliesst die im Mai angekündigte Übernahme von AudioNova früher als ursprünglich erwartet ab. AudioNova wird ab September 2016 in den konsolidierten Abschluss von Sonova einfliessen und soll bereits im ersten Jahr zum Gruppengewinn einen Beitrag leisten. Die Übernahme ist nur mit geringen Auflagen verbunden.

Im Geschäftsjahr 2016/17 werde AudioNova voraussichtlich 210 Mio bis 220 Mio CHF zum Umsatz und 25 Mio bis 30 Mio zum EBITA (vor Einmalkosten) beitragen, sagt CEO Lukas Braunschweiler anlässlich einer Telefonkonferenz am Donnerstag.

Gleichzeitig werde die Übernahme in den kommenden zwei bis drei Jahren einmalige Transaktions- und Integrationskosten in der Höhe 30 Mio bis 35 Mio auslösen, die Hälfte davon falle 2016/17 an, so der CEO weiter.

AKQUISITION KOSTET 100 BP EBITDA-MARGE

Zudem ergibt sich aus dem Zukauf auch Abschreibungsbedarf: Die jährlichen akquisitionsbedingten Abschreibungen belaufen sich laut den Angaben auf voraussichtlich 20 Mio bis 25 Mio, respektive 12 Mio bis 15 Mio für den Rest des laufenden Geschäftsjahres.

Die Akquisition werde zu einer Erhöhung der Bruttomarge führen, versprach Braunschweiler weiter. "Aber auf Stufe EBITDA- und EBITA-Marge nimmt uns die Übernahme rund 100 Basispunkte weg." Sonovas EBITDA-Marge liege auf Basis der für das Geschäftsjahr 2016/17 abgegebenen Guidance bei 23 bis 24%. Nach der Übernahme von AudioNova dürfte diese voraussichtlich noch 22 bis 23% betragen. Derweil dürfte die EBITA-Marge von 20 bis 21% auf 19 bis 20% zurückgehen.

Der Wert von AudioNova wird von Sonova auf 830 Mio EUR veranschlagt. Die Auszahlung des Kaufpreises erfolgt in bar. Die kurzfristige Finanzierung wurde mithilfe eines Überbrückungskredites sichergestellt, der grösstenteils durch die Ausgabe einer Anleihe abgelöst werden wird. "Wir werden demnächst auf eine Bond-Roadshow gehen", ergänzte der CEO.

CEO FÜR GLOBALES RETAILGESCHÄFT GESUCHT

Die Aktivitäten von AudioNova und Connect Hearing werden in ein globales Sonova Retailgeschäft unter der Führung eines in Kürze zu ernennenden Group Vice President Retail zusammengeführt. Bis zu dieser Ernennung werden Frank van der Vis (CEO von AudioNova) und Lukas Braunschweiler (CEO von Sonova) ad interim das globale Retailgeschäft gemeinsam leiten. Der Name AudioNova bleibe erhalten, sagte Braunschweiler weiter. Sonova trete auf Länder-Ebene mit den lokalen Brands auf.

Van der Vis soll bis am 1. November 2016 im Unternehmen verbleiben, was einen reibungslosen Übergang sicherstelle, heisst es weiter. Franz Petermann bleibt Global Vice President Corporate e-Marketing. Und insgesamt stossen 2'750 neue Kollegen von AudioNova zu Sonova.

"Wir können die Übernahme von AudioNova rascher abschliessen als ursprünglich geplant", führte Braunschweiler aus. Dieser zeigte sich auch darüber erfreut, dass der Erwerb nur mit geringen Auflagen der Kartellbehörden verbunden war. Das Unternehmen muss lediglich zwei Geschäfte in einer niederländischen Stadt schliessen. Mit dem Zusammenschluss von AudioNova und Sonova entsteht gemäss Braunschweiler eines der grössten Retail-Servicenetzwerke für Hörgeräte in Europa.

AKTIE IM PLUS

Der Aktienmarkt reagierte mit überdurchschnittlichen Kursavancen auf die Nachricht. Bis gegen 15.10 Uhr gewinnen die Sonova-Valoren 1,0% auf 136,40 CHF, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,1% tiefer steht.

Analysten reagierten aber eher zurückhaltend auf die Neuigkeiten. Als positiven Effekt der Transaktion sieht die Bank Vontobel, dass Sonova seinen Anteil an den in den AudioNova-Geschäften vertriebenen Produkten wird erhöhen können. Die Transaktion sei zwar klar gewinnbeitragend aber nicht wertsteigernd, monieren dagegen die Analysten von Kepler Cheuvreux. Insgesamt stelle die Akquisition ein defensiver Schritt dar.

sig/mk

(AWP)