Sonova-CEO: Bewegen uns in nächsten zwei Jahren auf 3 Mrd Umsatz zu

Der Hörgerätehersteller Sonova sieht sich gut ausgelastet, hat aber derzeit keinen Bedarf für mehr Produktionskapazität. Die Gruppe habe mit der Akquisition von Audionova im vergangenen Jahr "einen Riesenschritt vorwärts gemacht", so CEO Lukas Braunschweiler in einem Interview mit cash.ch. Und: "Sonova bewegt sich in den nächsten zwei Jahren auf 3 Mrd Umsatz zu, wir sind gut ausgelastet." Im Geschäftsjahr 2015/16 (per Ende März) wurden 2,07 Mrd CHF umgesetzt.
16.02.2017 10:24

Im Moment sei man, was die Produktion anbelangt, jedoch gut aufgestellt und habe die notwendige Kapazität, sagte er zudem auf die Frage, ob es nach dem Ausbau in Vietnam noch weitere Ausbaupläne in Asien gebe.

Nichtsdestotrotz finde das Wachstum auch künftig im Ausland statt, während die Beschäftigtenzahl in der Schweiz stabil bleibe, bekräftigte er früher gemachte Aussagen. Der Kern der Produktion von Sonova befinde sich in Stäfa, die Komponenten gingen dann nach Asien, wo sie zum Hörgerät zusammengebaut werden. Forschung, Entwicklung, Produktmanagement und Marketing soll wegen des Know-how, aber auch wegen der Sicherheit bzw. der Patente in der Schweiz bleiben.

AKQUISITION STATT DEVESTITION

Der Verkauf einiger Läden in Portugal und Frankreich - die bei der Übernahme von Audionova mit gekauft wurden - an die italienische Amplifon, sei unterdessen auf Kurs. Man erwarte das Thema im Frühjahr 2017 abzuschliessen, so Braunschweiler. Weitere Devestitionspläne gibt es ihm zufolge nicht. "Wir haben eher das Gegenteil vor, nämlich zu akquirieren."

Grössere Übernahmen wie Audionova werden aber wohl ausbleiben. Neben den Kosten als ein Faktor gebe es auch nicht mehr viele grössere Übernahmeziele im Hörmarkt. Aber zum Beispiel im US-Retailmarkt sei Sonova "noch nicht gross", und es werde dort sicher noch einige strategische Bewegungen geben. "Im Retailgeschäft werden wir wie gewohnt zwischen 50 bis 70 Mio CHF pro Jahr für Akquisitionen ausgeben."

Mit Blick auf Mega-Merger im Konkurrenzumfeld sagte Braunschweiler zudem: "Auch Sonova könnte durchaus übernommen werden". Aber die Frage dabei sei, wer das tun könnte. Die Hörgeräte-Industrie sei nicht bloss eine Frage der Technologie, sondern auch eine Frage der Kanäle und Distribution. Und genau hier tun sich Unternehmen oft schwer: So sei etwa das US-Unternehmen Johnson&Johnson, das Actelion übernehmen will, in der Optik im Linsengeschäft gross, nicht aber bei den Gläsern, weil sich die Firma nicht mit der Distribution auseinandersetzen wolle.

GUIDANCE BESTÄTIGT

Und innerhalb der Hörgeräte-Industrie gebe es eine hohe Konzentration mit sechs Herstellern. "Ich kann nicht ausschliessen, dass es hier Bewegungen gibt, ich glaube es aber nicht." Womöglich würde eine 1:1-Situation von den Behörden nicht bewilligt werden. Eher bei den Distributoren dürfte es zu mehr Konsolidierung kommen. Langfristig sehe man im Retailmarkt mehr Wachstum als im Grosshandelsbereich.

Der Trend aus dem ersten Halbjahr, wo sich das Wachstum von Sonova gegen Ende beschleunigt hat, habe sich unterdessen im zweiten Halbjahr fortgesetzt. Damit sei auch die Guidance von 14 bis 16% Umsatzwachstum in Landeswährung fürs laufende Geschäftsjahr 2016/17 nach wie vor gültig.

ys/cf

(AWP)