Sonova-Management angetan von Phonak-Belong-Launch - Mehr E-Services geplant

Stäfa (awp) - Der Hörgerätehersteller Sonova zeigt sich äusserst zufrieden mit seiner neuen Produktgeneration Phonak Belong. Die Markteinführung im August in den USA und seit ungefähr Mitte September in Europa habe sich "sehr gut" entwickelt, sagte Martin Grieder, Group Vice President Hearing Instruments Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung, am Investorentag am Dienstag. Der Launch konnte in den europäischen Hauptmärkten bis Mitte Oktober abgeschlossen werden, so Grieder am Rande der Veranstaltung zu AWP.
18.10.2016 13:06

Grösse und Komfort von Hörgeräten seien für die Kunden entscheidend. In diesem Zusammenhang verwies Grieder auf eine Untersuchung, wonach 14% der Menschen, die auf Hilfen angewiesen sind, sie nicht tragen wollen, weil sie diese als zu auffällig empfinden. Zudem würden 27% aufhören Hörgeräte zu tragen, weil sie diese als unbequem erachten.

Besonderheit der Phonak-Belong-Produkte sei neben dem neuen Design die Batterielaufzeit: Voll geladen halte diese 24 Stunden lang. Zudem passten sich die Geräte mit der verbesserten Technologie "AutoSense OS" automatisch an das Umfeld an - sei es im Auto, im gut besuchten Café oder im leiseren Gesprächsrahmen, sagte Grieder. Er verglich diese Anpassungsfähigkeit mit einem Chamäleon.

Weitere Marken des Hörgeräte-Geschäfts, das den Grossteil zum Umsatz beisteuert, sind - neben Phonak - Unitron und Hansaton. Der Umsatz des Segments erreichte im Geschäftsjahr 2015/16 (per Ende März) 1,88 Mrd CHF von insgesamt 2,07 Mrd. Der zweite kleinere Bereich ist das Geschäft mit Cohlea-Implantaten.

Im globalen Markenmanagement und Marketing war es bei Sonova erst Ende August zu Veränderungen gekommen: Unter der Leitung von Grieder, damals Group Vice President Phonak, wurden die Marken Phonak, Unitron und Hansaton zusammengefasst. Grieder übernahm damals neu die Rolle des Group Vice President Hearing Instruments Marketing.

SUPPORT ÜBER ENTFERNUNG

Auch bei der "digitalen Revolution" will Sonova eine führende Rolle mit entsprechenden Dienstleistungen ("e-based technologies") einnehmen. So soll etwa ein elektronischer Support über die Entfernung - ohne, dass der Kunde einen Audiologen persönlich aufsuchen muss - grosse Vorteile bringen, sagte Andi Vonlanthen, Group Vice President Research & Development und Mitglied der Geschäftsleitung, am Dienstag. Die Einstellung eines Hörgeräts sei auf diese Weise deutlich effizienter, weil sich der Kunde in seiner gewohnten Umgebung befindet und Hörprobleme direkt gelöst werden können.

So reduziere sich auch die Ausstiegsquote ("drop-out rate") der Kunden - vom Zeitpunkt der Entscheidung für ein Gerät bis zur Bezahlung. Dem Kunden könne mit diesen neuen Möglichkeiten künftig besser und schneller geholfen werden, so Vonlanthen.

Der Elektrotechniker ist seit April 2012 GVP Research & Development. Vonlanthen startete seine Karriere bei Phonak 1984 und entwickelte das erste Multimikrofon-System für den Einsatz in Hörgeräten. Er habe damit die Hörgeräteindustrie revolutioniert, so Sonova.

ys/yr

(AWP)