Sonova-Papiere nach schwachen Halbjahres-Zahlen stark unter Druck

Die Aktien von Sonova stehen zu Wochenbeginn stark unter Druck. Der Hörgeräte-Hersteller hat mit seinen Zahlen für die erste Hälfte des Fiskaljahres 2017/18 die Erwartungen von Analysten sowohl auf Umsatz- wie auch auf Gewinnstufe verfehlt. Die Abgaben werden aber auch mit dem massiven Plus der Aktie im bisherigen Jahresverlauf erklärt.
13.11.2017 09:39

Die Sonova-Aktie notiert um 09.30 Uhr 7,2% tiefer bei 160,40 CHF (SPI +0,45%), hat damit aber einen Teil der Anfangsverluste (Kurstief 156,20) wieder wettgemacht. Die Volumen sind hoch, rund ein durchschnittlicher Tagesumsatz wurde bereits gehandelt.

Die nominelle Umsatzentwicklung sieht die erstmalige Konsolidierung der übernommenen AudioNova vor und liegt geringfügig hinter den Konsensschätzungen zurück. Dasselbe gilt für das organische Umsatzwachstum, welches mit 5% den bei 5,8% liegenden Erwartungen nicht ganz gerecht wird. Experten machen dafür vor allem ein eher schwaches Abschneiden im Schlüsselmarkt USA für die verfehlten Umsatzschätzungen verantwortlich.

Beim EBITA erwiesen sich einerseits der Verwässerungseffekt aus der Übernahme von AudioNova und andererseits der überraschende Verlust im Geschäft mit Hörimplantaten als belastend. Der bisherige Ausblick wurde derweil bestätigt.

SKEPSIS BEZÜGLICH ZIELVORGABEN

Ergebnisenttäuschungen seien im Zuge der laufenden Unternehmensberichterstattung mehrheitlich mit kräftigen Kursverlusten abgestraft worden, entsprechend sei der Taucher bei Sonova nicht überraschend, heisst es in einem Kommentar von JP Morgan. Für den zuständigen Analysten lässt sich von den diesjährigen Zielvorgaben auf eine Wachstumsbeschleunigung in der zweiten Jahreshälfte schliessen. Er selber gibt sich aber eher vorsichtig, auch was den Erfolg von Produktneuheiten anbetrifft. Auch bei Bernstein ist man bezüglich Erreichbarkeit der Zielvorgaben eher skeptisch.

Die UBS-Analysten zeigen sich derweil enttäuscht von der Wachstumsflaute im Retail-Bereich. Mit demselben Problem habe jüngst auch der Rivale William Demant zu kämpfen gehabt, heisst es. Die Firmenverantwortlichen dürften sich entsprechend Fragen in Bezug auf diese Entwicklung gefallen lassen müssen.

Etwas weniger besorgt zeigt man sich bei der ZKB. Sonova habe ein gemischtes Set von Halbjahreszahlen publiziert, wobei der negative EBITA bei den Cochlea-Implantaten enttäuscht und die gute Profitabilität der Hörgeräte erfreut habe, heisst es. Gesamthaft sei dies "leicht negativ" einzuschätzen. Auch Vontobel gibt sich relativ optimistisch. Man sei positiv überrascht von den Drittparteien-Umsätze; das bescheidene organische Wachstum im Retailmarkt hingegen sei nicht gerade beeindruckend.

Grundsätzlich wird aber auch auf die starke Kursentwicklung bei Sonova im bisherigen Jahresverlauf 2017 mit einem Plus von 40% (Schlusskurs letzte Woche) hingewiesen. Die Sonova-Aktien fielen schon in den Tagen vor der Ergebnisveröffentlichung leichten Gewinnmitnahmen zum Opfer. Davor waren die Valoren allerdings bei 181,60 CHF auf den höchsten Stand der Firmengeschichte geklettert.

uh/cp

(AWP)