Sonova schliesst Akquisition von AudioNova ab - Gewinnbeitrag ab dem ersten Jahr

(Ergänzt um weitere Details und Aussagen von CEO Lukas Braunschweiler)
15.09.2016 08:29

Zürich (awp) - Der Hörsystemhersteller Sonova schliesst die im Mai angekündigte Übernahme von AudioNova früher als ursprünglich erwartet ab. AudioNova werde ab September 2016 in den konsolidierten Abschluss von Sonova einfliessen, teilte die Gesellschaft am Donnerstag mit. Die Übernahme werde bereits im ersten Jahr nach Abschluss der Transaktion einen positiven Beitrag zum Gewinn pro Aktie (vor Einmalkosten) leisten.

Im Geschäftsjahr 2016/17 werde die Akquisition voraussichtlich 210 Mio bis 220 Mio CHF zum Umsatz und 25 Mio bis 30 Mio zum EBITA (vor Einmalkosten) beitragen. Die Übernahme dürfte in den kommenden zwei bis drei Jahren zu einmaligen Transaktions- und Integrationskosten in der Höhe 30 Mio bis 35 Mio führen, von denen die Hälfte im Geschäftsjahr 2016/17 anfallen werde, heisst es weiter.

AKQUISITION KOSTET 100 BP BEI EBITDA-MARGE

Die jährlichen akquisitionsbedingten Abschreibungen belaufen sich gemäss Sonova auf voraussichtlich 20 Mio bis 25 Mio respektive 12 Mio bis 15 Mio für den Rest des laufenden Geschäftsjahres.

Die Akquisition werde zu einer Erhöhung der Bruttomarge bei Sonova führen, sagte CEO Lukas Braunschweiler in einem Gespräch mit AWP. Auf Stufe EBITDA- und EBITA-Marge "nimmt uns die Übernahme rund 100 Basispunkte weg", so Braunschweiler weiter. Sonovas EBITDA-Marge liege auf Basis der für das Geschäftsjahr 2016/17 abgegebenen Guidance bei 23 bis 24%. Nach der Übernahme von AudioNova dürfte diese voraussichtlich noch 22 bis 23% betragen. Die EBITA-Marge dürfte von 20 bis 21% auf 19 bis 20% zurückkommen.

Der Wert von AudioNova wird auf 830 Mio EUR veranschlagt. Die Auszahlung des Kaufpreises erfolgt in bar. Die kurzfristige Finanzierung wurde mithilfe eines Überbrückungskredites sichergestellt, der grösstenteils durch die Ausgabe einer Anleihe abgelöst werden wird.

CEO FÜR GLOBALES RETAILGESCHÄFT GESUCHT

Die Aktivitäten von AudioNova und Connect Hearing werden in ein globales Sonova Retailgeschäft unter der Führung eines in Kürze zu ernennenden Group Vice President Retail zusammengeführt. Bis zu dieser Ernennung werden Frank van der Vis (CEO von AudioNova) und Lukas Braunschweiler (CEO von Sonova) ad interim das globale Retailgeschäft gemeinsam leiten. Der Name AudioNova bleibe erhalten, sagte Braunschweiler weiter. Sonova trete auf Länder-Ebene mit den lokalen Brands auf.

Van der Vis werde bis am 1. November 2016 im Unternehmen verbleiben, was einen reibungslosen Übergang sicherstelle, heisst es weiter. Franz Petermann bleibt Global Vice President Corporate e-Marketing. 2750 neue Kollegen von AudioNova stossen zu Sonova.

"Wir können die Übernahme von AudioNova rascher abschliessen als ursprünglich geplant", zeigte sich Braunschweiler erfreut. Mit dem Zusammenschluss von AudioNova und Sonova entstehe eines der grössten Retail-Servicenetzwerke für Hörgeräte in Europa.

BELONG STÖSST AUF HOHE RESONANZ

Im weiteren sagte Braunschweiler, dass die im Juni lancierte neue Produktplattform Belong, in der die Lithium-Ionen-Technologie für wiederaufladbare Batterien zum Einsatz kommt, im Markt sehr gut aufgenommen wurde. "Wir sind positiv über die Resonanz überrascht", so der CEO weiter. Offenbar habe Sonova damit einen Nerv getroffen.

sig/ys

(AWP)