Sonova steigert dank AudioNova-Zukauf Umsatz, Gewinn - Plant weiteres Wachstum

(Meldung um weitere Details ergänzt) - Der Hörsystem-Hersteller Sonova will nach einem guten Geschäftsjahr 2016/17 auch in Zukunft weiter wachsen. Das gute Abschneiden im abgelaufenen Jahr ist nicht zuletzt dem Zukauf des Retailers AudioNova zuzuschreiben. So ist der Umsatz um 15,6% auf annähernd 2,40 Mrd CHF gestiegen. Das organische Wachstum habe bei 4,3% gelegen.
16.05.2017 08:44

Den Löwenanteil von knapp 2,2 Mrd CHF trug dazu das Hörgeräte-Segment bei. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Plus von 16,2%. Dabei habe sich das Wachstum vor allem in der zweiten Jahreshälfte beschleunigt, wie Sonova am Dienstag laut Medienmitteilung berichtet. Diese Beschleunigung führt der Konzern insbesondere auf die Einführung zahlreicher neuer Produkte zurück, insbesondere des wiederaufladbaren PhonakAudéo B.

In der Sparte Cochlear-Implantate setzte Sonova im Berichtszeitraum 205,4 Mio CHF um und damit 9,8% mehr als im Jahr zuvor. Auch hier verweist Sonova auf ein stärkeres Wachstum in der zweiten Jahreshälfte, das ebenfalls durch die Einführung neuer Produkte wie etwa dem neuen Implantat HiRes Ultra getragen worden sei.

STARKES WACHSTUM IN REGION EMEA

Aufgeschlüsselt nach Regionen, verzeichnete Sonova vor allem bei der Umsatzentwicklung in Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) einen klaren Zuwachs. In Lokalwährungen habe das Unternehmen hier einen Zuwachs um knapp 34% erzielt. In dieser Region generiert Sonova 48% seines Gruppenumsatzes.

In den USA stiegen die Umsätze wiederum um 1% in Lokalwährungen. Die USA tragen 33% zum Konzernumsatz bei. Das Wachstum auf diesem Markt habe sich in der zweiten Jahreshälfte beschleunigt. Dabei lieferte im Hörgeräte-Segment vor allem die Marke Phonak dank neuer Produkte einen positiven Beitrag, erklärt Sonova. Dem habe ein Rückgang bei Unitron im Vorfeld der Einführung einer neuen Plattform zum Ende des Geschäftsjahres gegenüber gestanden.

GEWINNWACHSTUM HINKT UMSATZWACHSTUM HINTERHER

Die Gewinnzahlen haben dagegen nicht mit der Umsatzwachstum Schritt gehalten. Sonova begründet dies mit dem stärkeren Wachstum des Retailgeschäfts, das zwar eine höhere Bruttomarge ausweise. Aber die zugekaufte AudioNova habe auch bei den Vertriebs- und Marketingkosten, sowie bei den Administrationskosten zu einem deutlichen Anstieg geführt.

So nahm zwar der Bruttoertrag um 20% auf 1,65 Mrd und die entsprechende Marge um 2,5 Prozentpunkte auf 68,9% zu. Der EBITA stieg um 7,5% auf 463,0 Mio CHF und unter dem Strich lag der Reingewinn bei 356,2 Mio CHF, das sind 3,0% mehr als im Jahr zuvor.

Bei einem Gewinn von 5,35 CHF pro Aktie schüttet Sonova seinen Aktionären eine Dividende von 2,30 CHF je Anteil aus.

Daneben publiziert Sonova "normalisierte" Zahlen, also die um Einmalkosten von 18,4 Mio CHF für die zugekaufte AudioNova bereinigten Werte. Dieser Berechnung zufolge stieg der EBITA um 12% auf 481,4 CHF; versprochen hatte Sonova ein Plus von 8 bis 12% in LW. Der "normalisierte" Reingewinn lag mit 371,5 Mio CHF um 7,4% über dem Vorjahreswert.

Mit den Eckdaten hat Sonova die Konsenserwartungen bis auf den Gewinn erfüllt. Der Umsatz wurde gemäss AWP-Konsens auf 2,38 Mrd CHF geschätzt, der EBITA auf 457,6 Mio und der Reingewinn auf 359,3 Mio. Für den Gewinn je Aktie wurden durchschnittlich 5,34 CHF und für die Dividende 2,31 CHF veranschlagt.

WEITERES WACHSTUM GEPLANT

Für das laufende Rechnungsjahr 2017/18 erwartet das Management ein Umsatzwachstum von 10% bis 12% und eine "normalisierte" EBITA-Steigerung von 10% bis 14%, jeweils in Lokalwährungen.

Wie Sonova-CEO Lukas Braunschweiler im Gespräch mit AWP erklärt, sieht sich der Konzern mit der Integration der zugekauften AudioNova gut unterwegs. Zwar habe der Hörsystem-Spezialist mit dem Zukauf eine vorübergehende Verwässerung der Margen um rund 100 Basispunkte in Kauf genommen. Dieser Rückgang kann jedoch schnell aufgeholt werden, ist der Retailer erst voll integriert.

Hierzu verwies der Sonova-Chef gegenüber AWP auf die bekräftigen Mittelfristziele. Diesen zufolge soll bis zum Geschäftsjahr 2020/21 die mittlere Wachstumsrate Sonovas bei 5 bis 7% liegen und der EBITA soll in der gleichen Zeitspanne um durchschnittlich 7 bis 11% zunehmen. "Die Guidance indiziert eine Margenausdehnung", so Braunschweiler.

ra/hr/tp

(AWP)