Sonova will zwei Hörgerätehändler an Amplifon verkaufen - Umsatz 25 Mio EUR

(Meldung vom Vorabend ergänzt um Analystenkommentare und Aktienkurs) - Der Hörgerätehersteller Sonova will sich von einem Teil seines Detailhandelsnetzes in Portugal und Frankreich trennen und zwei Geschäftseinheiten an den italienischen Hörgeratefachhändler Amplifon verkaufen. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Sonova und dem Retailer MiniSom in Portugal sowie Amplifon S.p.A. sei bereits unterzeichnet worden, wie der Hörgerätehersteller am Montagabend mitteilte.
17.01.2017 09:16

Der Schritt stehe "ganz im Zeichen der Strategie der Gruppe, sich auf ausgewählte Schlüsselmärkte zu konzentrieren", heisst es. Die Übernahme muss noch von der Regulierungsbehörde genehmigt werden.

Zudem steht Sonova in Verhandlungen über einen möglichen Verkauf des AudioNova Detailgeschäfts in Frankreich an Amplifon. Man wolle sich in diesem Markt mit dem Retail- und Servicenetz der Marke AuditionSanté auf die bestehenden Aktivitäten konzentrieren. Voraussetzung für den geplanten Verkauf von AudioNova Frankreich sei die Konsultation des Betriebsrats sowie die Wahrung weiterer Arbeitnehmerrechte.

Die Retailstrategie bleibe insgesamt unverändert, schreibt Sonova weiter. Professionelle audiologische Dienstleistungen seien auch weiterhin ein wichtiges Standbein der Gruppe.

MiniSom verfügt den Angaben zufolge in Portugal über rund 75 Fachgeschäfte und Shop-in-Shop-Verkaufsstellen. Zusammen mit den rund 55 Fachgeschäften von AudioNova in Frankreich erzielten die beiden Geschäftsbereiche einen Jahresumsatz von 25 Mio EUR. Es sei nicht zu erwarten, dass der mögliche Verkauf der beiden Retaileinheiten sich wesentlich auf die Ergebnisse des aktuellen Geschäftsjahres 2016/17 (per Ende März) auswirken werde.

Die Bank Vontobel bestätigt ihr Rating und Kursziel, da die Devestition wie erwähnt keine Auswirkungen auf das Geschäftsjahr habe. Die Analysten der Commerzbank sehen die Straffung des Retail-Portfolios eher positiv. Ihrer Ansicht nach betreibt Sonova seine Einzelhandelsaktivitäten sehr professionell und der Verkauf sei im Gegensatz zu Desinvestitionen in der Vergangenheit "strategisch angemessen". Die Bank rechnet mit einem geringeren externen Wachstum von 1 Prozentpunkt.

Für die ZKB komme der Verkauf "überraschend", sei aber strategiekonform, schreibt die Bank in einem ersten Kommentar. Der Umsatz dürfte zwar "etwas geringer ausfallen", der operative Gewinn aber kaum beeinflusst werden. Die ZKB bewertet den Abschluss daher als neutral und stuft die Titel weiterhin mit "Marktgewichten" ein.

Im frühen Handel avancieren die Sonova-Titel gegen 9.10 Uhr nach einem bereits vorbörslichen Plus um 0,1% auf 128,90 CHF. Der SPI verliert derweil mit -0,37% etwas an Terrain.

sta/ra

(AWP)