Sorge um Thyssenkrupp-Stahl-Jobs - Weitere Fusionshürde genommen

(Ausführliche Fassung) - DGB-Chef Reiner Hoffmann hat von einem möglichen schwarz-gelben Regierungsbündnis in Nordrhein-Westfalen ein Engagement für den Erhalt der Stahl-Arbeitsplätze gefordert. Hintergrund ist eine mögliche Fusion der Stahlsparten von Thyssenkrupp und Tata. "Ich habe die grosse Sorge, dass sich die neue Regierung hier nicht deutlich genug positioniert", sagte Hoffmann der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "NRW benötigt den Stahl. Das darf man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen", sagte Hoffmann.
17.05.2017 14:26

"Von einer Regierung, an der die marktgläubigen Liberalen beteiligt sind, erwarte ich ein wesentlich geringeres Engagement für diese zentrale Branche in NRW. Das ist eine schlechte Nachricht für die Thyssenkrupp-Beschäftigten", sagte er in dem Interview weiter.

Der Thyssenkrupp-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wilhelm Segerath warnte am Mittwoch erneut vor den Folgen einer möglichen Fusion. Neben massiven Arbeitsplatzverlusten in der europäischen Stahlsparte des Konzerns drohe auch eine Zerschlagung des Gesamtunternehmens. Der Betriebsrat fürchtet auch durch ein bereits angekündigtes Sparprogramm den Verlust von tausenden Arbeitsplätzen. An der Börse legte der Thyssenkrupp-Kurs am Mittwoch dagegen deutlich zu.

Auf dem Weg zu einer möglichen Stahlfusion mit Thyssenkrupp hatte der indische Konzern Tata zuvor eine wichtige Hürde genommen. Einer grundsätzlichen Einigung über den Umgang mit den milliardenschweren Pensionsverpflichtungen müssten die britischen Regulierungsbehörden jedoch noch zustimmen, hiess es in einer Mitteilung von Tata. Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte zuvor in den seit Monaten laufenden Fusionsgesprächen eine tragfähige Lösung für die Pensionsverpflichtungen von Tata in Grossbritannien als Voraussetzung für einen möglichen Zusammenschluss gefordert.

Tata Steel und Thyssenkrupp sprechen bereits seit vergangenem Jahr über eine Zusammenführung ihrer europäischen Stahlgeschäfte. Die Pensionsverpflichtungen von Tata sind bei den Verhandlungen jedoch nur eines von mehreren Hindernissen.

Bei den nun vorgelegten Plänen müssten noch weitere Details geklärt werden, so Tata. Vorgesehen sei, den Pensionsfonds von Tata Steel abzuspalten und die Treuhänder mit einem Drittel an dem Fonds zu beteiligen. Zudem werde Tata 550 Millionen britische Pfund (642 Mio Euro) einzahlen.

uta/DP/stb

(AWP)