S&P: Geldbussen für Deutsche Bank und Credit Suisse in USA ohne Folgen

(Mit Deutscher Bank)
23.12.2016 14:10

FRANKFURT (awp international) - Die teuren Einigungen der Deutschen Bank und der Credit Suisse bei ihren Hypothekenstreits mit den USA haben keinen Einfluss auf die Bonitätsbeurteilung der Ratingagentur S&P. Sie beliess die Deutsche Bank in ihrer Mitteilung vom Freitag auf BBB+ mit einem positiven Ausblick. Das Rating für die schweizerische Grossbank Credit Suisse bleibe A, hiess es. Hier blieb der Ausblick weiter stabil.

Deutschlands grösstes Geldhaus zahlt in den USA 3,1 Milliarden Dollar an Zivilbusse; hinzu kommen über mehrere Jahre gestreckt 4,1 Milliarden Dollar an finanziellen Erleichterungen für Kreditnehmer in den USA. Die Strafgeldzahlung werde das Ergebnis im vierten Quartal mit etwa 1,17 Milliarden US-Dollar vor Steuern belasten, wie die Bank mitteilte.

Bei der Credit Suisse beläuft sich die Zivilbusse auf knapp 2,5 Milliarden Dollar. Dazu kommen noch Erleichterungen für amerikanische Kreditnehmer in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar. Der Vergleich führe im vierten Quartal zu einer Ergebnisbelastung von rund 2 Milliarden Dollar.

Die zu leistenden Zahlungen seien zwar hoch, lägen aber auf dem Niveau der Schätzungen, begründete S&P die unveränderte Beurteilung der Kreditwürdigkeit der beiden Geldhäuser. Bei den Kapitalausstattungen und den Gewinnen dürften sie keine grösseren Spuren hinterlassen. Die Unsicherheit mit Blick auf die Rechtsstreitigkeiten seien zudem geringer geworden. Die Ratingagentur wies aber auch auf noch laufende Aufarbeitung andere Rechtsfälle hin.

So ist etwa bei der Deutschen Bank noch eine mögliche Strafe wegen des Verdachts auf Sanktionsverstösse und Geldwäsche bei Geschäften in Russland offen./mis/ag/das

(AWP)