Spanische Grossbanken BBVA und Santander verdienen glänzend

(Ausführliche Fassung) - Die beiden spanischen Grossbanken BBVA und Santander können sich weiter auf ihr starkes Geschäft in Latein- und Südamerika verlassen. Unter anderem deshalb verdienten beiden Banken im ersten Halbjahr Milliarden. Zudem profitierten sie von der Erholung der Wirtschaft in ihrem Heimatland und guten Geschäften in anderen Ländern der Welt wie der Türkei oder den Vereinigten Staaten.
28.07.2017 11:58

So verdiente die Santander im ersten Halbjahr nach Angaben vom Freitag 3,6 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Bei der BBVA stieg der Gewinn in den ersten sechs Monaten um mehr als ein Viertel auf 2,3 Milliarden Euro, wie das Institut bereits am Donnerstagabend mitteilte. Das sind Ergebnisse von denen die Deutsche Bank und die Commerzbank derzeit nur träumen können. Anders als die beiden Spanier haben die deutschen Häuser kein starkes Geschäft mit Privatkunden ausserhalb Europas.

Und gerade das brachte der BBVA und Santander im ersten Halbjahr viel Geld ein. So war für die BBVA Mexiko mit einem Ergebnis von fast 1,1 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten der grösste Gewinnbringer. Bei der Santander kam rund ein Viertel des Ergebnisses aus Brasilien - dazu kommen noch einträgliche Geschäfte in Argentinien, Chile und Mexiko. Insgesamt steuerte die Region Latein- und Südamerika rund 43 Prozent zum Gewinn bei.

Beide Häuser konnten aber auch in Spanien zulegen, wo sie von der Konsolidierung im Bankensektor profitieren. Und der Marktanteil der beiden Platzhirsche im Heimatmarkt wird weiter zulegen: So rettete Santander erst vor kurzem den Konkurrenten Banco Popular Español vor dem Zusammenbruch und übernahm die operativen Geschäfte für einen Euro - die Risiken verkaufte sie zum Teil an Finanzinvestoren.

Um allerdings die Bilanzlöcher der Banco Popular zu stopfen, musste Santander neue Aktien für rund 7 Milliarden Euro verkaufen. Aber auch eine Kapitalerhöhung in dieser Grössenordnung ist für die Spanier derzeit kein Problem, da die Investoren seit einiger Zeit das Geschäftsmodell schätzen.

So zog der Santander-Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten fast 58 Prozent an, der Wert des BBVA-Papiers stieg um etwa die Hälfte. Damit schnitten beide Titel in diesem Zeitraum besser als der Branchenindex. In puncto Börsenwert sind die beiden Spanier ebenfalls weit vorne.

So ist die Santander mit einem Börsenwert von rund 86 Milliarden Euro die an der Börse wertvollste Bank der Eurozone - und die BBVA ist mit rund 51 Milliarden Euro auch ganz vorne dabei. Auch das sind Werte von denen die beiden deutschen Grossinstitute derzeit nur träumen können. Die Deutsche Bank kommt auf 32 Milliarden Euro und die Commerzbank auf 14 Milliarden Euro Börsenwert./zb/das/stb

(AWP)